Während gerade alle sich auf Halloween vorbereiten, sehe ich die ersten fertigen Adventskalender. Ich liebe es ja, Zeit statt Zeugs zu verschenken. Wer uns schon länger begleitet, weiß: Bei uns zieht seit vielen Jahren ein Weihnachtswichtel ein. Mal treibt er Schabernack, mal lädt er uns zu einer Unternehmung ein und manchmal passiert mehrere Tage lang gar nichts. Die Kinder schreiben ihm Briefe, backen für ihn und treten mit ihm in einen kleinen Austausch. Ich liebe diese Freiheit, weil ich spontan auf unseren Alltag reagieren kann. Über unsere Art, den Advent mit einem Wichtel zu gestalten, habe ich bereits berichtet. .
Als ich Noel, den Weihnachtswichtel vom RPA Verlag, kennenlernen durfte, war ich neugierig. Denn Noel verbindet den beliebten Wichtelbrauch mit der christlichen Weihnachtsgeschichte. Das spricht mich sehr an.
24 Briefe voller Licht und Hoffnung
Noel kommt mit einer kleinen Karte an, in der er sich als Adventsbote vorstellt. Im Gepäck hat er eine Wichtel-Postbox mit 24 Adventsbriefen und einem zusätzlichen Umschlag mit einem Abschiedsgeschenk. Insgesamt sind es 25 kleine Briefumschläge.
Die Karten bestehen aus stabilem Karton, sind farbig gestaltet und machen einen hochwertigen Eindruck. Besonders schön finde ich, dass die Briefe bereits fertig geschrieben sind. Man muss keine Geschichten verfassen, täglich neue Ideen entwickeln oder Zubehör besorgen.
Wichtig ist allerdings, dass Noel bereits vor dem 1. Dezember einzieht. Im dazugehörigen Heft von Sandra Pföhler wird seine Geschichte erzählt und beschrieben, wie er beginnt, die Briefe für die Kinder vorzubereiten. Diesen Vorlauf sollten Familien und Einrichtungen einplanen. Danach kann es unkompliziert losgehen.

Kleine Briefe mit großen Gedanken
Die Briefe erzählen von Licht und Hoffnung, von stillen Vorbereitungen, einem Stern, der den Weg weist, und schließlich von jener Nacht in Bethlehem, die alles verändert. Die Geschichten sind wirklich kurz. Manche sind vermutlich in einer Minute gelesen. Anschließend geben sie einen Gedanken oder eine Frage mit auf den Weg. Am 7. Dezember geht es beispielsweise um Maria und den Besuch des Engels Gabriel. Am Ende steht der Gedanke, dass ihr Herz offen und bereit für dieses Wunder war. Daraus entsteht die Frage: „Wozu seid ihr von Herzen da?“
Ich mag diese Verbindung zwischen dem Wichtelbrauch und den christlichen Grundlagen unseres Weihnachtsfestes. Die kurzen Impulse laden dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Weihnachtsgeschichte gemeinsam zu entdecken. Ob die Karten aufeinander aufbauen oder unabhängig voneinander gelesen werden können, konnte ich bisher nicht abschließend klären. Jede Karte trägt ein eigenes Datum.
Noel braucht keine aufwendigen Streiche, keine Bastelaktionen und kein zusätzliches Zubehör. Die Briefe sind vorbereitet und schenken jeden Tag einen kleinen Moment zum Innehalten. Gerade für Familien und pädagogische Einrichtungen, die ihren Advent bewusst christlich gestalten möchten, finde ich das eine schöne Möglichkeit.

Ein Bilderbuch gehört auch dazu
Zum Konzept gehört außerdem ein Heft mit einer Geschichte über Noel von Sandra Pföhler. DAs habe ich oben schon kurz erähnt. Es ist etwas größer als DIN A4, erinnert an ein Bilderbuch, ist allerdings geheftet. Die Illustrationen sind warm gestaltet und machen Noel für mich nahbar. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass die Bilder KI-generiert sein könnten. Das ist meine persönliche Einschätzung und letztlich Geschmackssache. Die Schrift ist so gestaltet, dass sie auch Kindern mit Legasthenie das Lesen erleichtern kann, das mag ich sehr!
Über einen QR-Code lassen sich die Wichtelbriefe und weitere Versionen herunterladen. So kann das Material an Familien, Kindergärten oder Schulen angepasst werden. Ein zusätzlicher Geschenkbrief kann separat erworben werden. Diese Flexibilität gefällt mir besonders gut.

Noch ein Weihnachtswichtel?
Brauchen wir noch einen Weihnachtswichtel? Noch mehr Wichtelideen? Ich sage ja, wir brauchen Noel. Ich mag die Idee wirklich sehr. In einer Zeit, in der der Wichtelbrauch in immer mehr Familien Einzug hält, schafft Noel eine schöne Verbindung zwischen dem besonderen Adventszauber und der christlichen Weihnachtsbotschaft.
Wenn ich mir persönlich noch etwas wünschen dürfte, hätte ich Noel im Bilderbuch gern länger durch die Adventszeit begleitet. Das ist allerdings mein eigener Wunsch und bedeutet nicht, dass das Konzept dadurch weniger gelungen ist. Versteht mich nicht falsch: Ich liebe unseren lebendigen Wichtelalltag, in dem wir spontan entscheiden, was gerade zu uns passt. Noel bringt dagegen eine fertige Struktur mit, die viel Vorbereitung abnimmt. Beides hat seinen Platz.
Denn Weihnachten ist mehr als Geschenke und Vorfreude auf das Fest. Noel hilft dabei, Kindern die Geschichte hinter Weihnachten näherzubringen – mit kurzen Briefen, wertvollen Gesprächsimpulsen und einem Wichtel, der Licht und Hoffnung mitbringt.
