Eltern mit Behinderung: Rehacare

Eltern mit Behinderungen

Vergangene Wochen waren wir auf der Rehacare in Düsseldorf. Die Rehacare ist eine der größten Messen im Bereich Reha, Hilfsmittel,  Behinderung und Krankheit. Ein Ausflug zu dieser Messe und den dazu notwendigen Übernachtungen in Düsseldorf, hätte ich mir ohne eure Hilfe und den großartigen Einsatz von Reni, nie leisten können. Vielen Dank dafür. Denn die Zeit auf der Messe war intensiv und so inspirierend. Heute möchte ich euch, in der Blogreihe Eltern mit Behinderung, ein bisschen darüber erzählen.

In insgesamt 6 Messehallen war alles vertreten was ihr euch nur so vorstellen könnt.

Wir haben zunächst mit der Halle für die Fahrhilfen und Autos begonnen. Träumen darf man ja. Es gab hier von sehr, sehr vielen Automarken, die unterschiedlichsten Ein – Und Ausstiegshilfen, Elemente und Umrüstungen mit denen man selbst fahren kann wie z.B. die Lenkradsteuerung und noch vieles mehr.

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Ich konnte ohne meinen Herzmann nicht anreisen und wenn Mama und Papa unterwegs sind, so muss das Kind einfach mit. Ja, eine Messe mit einem 3 Jährigen zu besuchen ist jetzt so… naja. Aber, er hat es toll gemacht und es gab viel Abwechslung für den kleinen Mann.

Nach den ersten Infogesprächen und Terminen kamen wir zu den Rollstühlen. Es ist verrückt, was es hier mittlerweile alles gibt. Meine Frage dabei war einfach immer wieder nur, wie wird das ganze finanziert. Denn sehr viele der vorgestellten Hilfsmittel werden nicht von einem Kostenträger übernommen und müssen selbst finanziert werden.

 

Erinnert ihr euch noch an mein Dilemma mit dem Kindertransport? Wir sind aktuell im Austausch mit einer Uni. Hier wird sich, ganz prinzipiell, um dieses Thema gekümmert. Wir leben in Deutschland und da gibt es so viele Normen, Werte und Vorschriften, dass das ganze ein langer Prozess ist. Auf der Rehacare habe ich genauso ein Brett entdeckt, wie ich es mir gewünscht habe. Beim Gespräch mit den Mitarbeitern hat sich allerdings herausgestellt, dass dies ein Sonderbau für die Messe ist. Es ist noch nicht zugelassen und die Rechtsabteilung prüft und arbeitet mit Hochdruck daran. Wir werden hier auf jeden Fall in engem Kontakt bleiben und das weiter verfolgen.

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Auch mein Rollstuhl konnte hier an einem Stand direkt und unkompliziert repariert werden. (Mein rechtes Licht war kaputt) Freundlich, unkompliziert und hilfsbereit. So macht ein Messebesuch Freude.

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Danach ging es in die Messehalle in der wirklich alles vertreten war. Von Alltagshilfen, über den Therapiebedarf, zu Selbsthilfegruppen, Podiumsdiskussionen und verschiedenen Foren. Für Junior gab hier viel zu entdecken und zu spielen. Ich hatte viele sehr interessante Gespräche und werde euch hiervon in den nächsten Monaten immer wieder einmal etwas berichten.

Entspannung im Snoozelbereich

Entspannung im Snoozelbereich

Auch über #NichtmeinGesetz habe ich schon sehr viel geschrieben. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat den Slogan:” Mehr möglich machen weniger behindern.”  Dazu gab es einen sehr großen Stand auf der Messe. Immer wenn ich daran vorbei kam, war dieser kaum besucht. Vielleicht ein Symbolbild? Denn bei vielen Menschen mit Behinderungen ist hier der Slogan umgewandelt: “Weniger möglich machen, mehr behindern.”

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Plakativen Protest sah man immer wieder.

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selbstverständlich wurden alle Vorträge in Gebärdensprache übersetzt

 

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Das Bundesteilhabegsetz wurde auch diskutiert.

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Klare Botschaft

 

In der Halle für Kinderreha hätte ich ewig verweilen können. Innovative Ideen, bunte Farben und so viele nette Menschen. Über den gesamten Messebesuch waren es wieder die persönlichen Begegnungen, die mich am meisten berührten. Ich habe mich mit Christiana Hennemann von Rehakind und Sima Surkamp vom Assistenzdienst getroffen. Kübra, die ich aus Berlin kenne, habe ich auch kurz gesehen. Leider hat die Zeit einfach nicht gereicht um noch mehr tolle Menschen aus dem Internet persönlich zu treffen. Einige Eltern mit Behinderungen und chronischen Krankheiten haben wir (kurz) kennengelernt und leider gleichzeitig festgestellt, dass auch auf der Messe dieser Bereich keinen Platz einnimmt. Es gab keine speziellen Infos, Angebote oder Hilfsmittel für Eltern mit Behinderungen. 

 

Während mein Mann noch fachsimpelte und mit tollen Menschen aus Holland, versuchte Lösungen für ein paar kleine Probleme zu finden, haben Junior und ich die Ausstellung der Paralympics angeschaut (und 2 Teilnehmer gesehen). Danach nutze mein Sohn die vielen freien Flächen um mit mir fangen und Eisenbahn zu spielen. Er lachte aus vollem Herzen und seine Augen funkelten. Das war mit Abstand der schönste Moment an diesem Tag. Wir wurden danach noch von einigen Physiotherapeuten und einer Ausbildungsklasse für Ergotherapie angesprochen, wie unser Alltag denn aussieht. Denn wir wirken so glücklich. Ja. Genauso und nicht anders.

Zum Abschluss sind wir noch kurz in die Aktivhalle. Hier wurden unter anderem verschiedenste Sportarten vorgestellt. Vom Bogenschießen (Deine Christine! hat das ausprobiert und ist begeistert) über Tischtennis bis ihm zum Tauchen. Alles war vertreten. Es gibt mittlerweile auch Hochseilgärten für Menschen mit Behinderungen (das muss ich unbedingt ausprobieren).

Ich durfte Kegeln und meine Männer sind den Rollstuhlparcours entlang. Hier hatte Junior die Möglichkeit, in einem Kinderrollstuhl zu fahren und diesen mit eigener Kraft zu bewegen. Er war so stolz und ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung.

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Kegeln ohne Anstrengung

 

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Junior fährt selbst

 

Was bleibt?

Die Zeit verging sehr schnell und der Besuch war anstrengend. Ich danke euch nochmals ALLEN, das ihr uns dies möglich gemacht habt, denn ohne die Möglichkeit zu übernachten, wäre der Besuch nicht möglich gewesen. Die Rehacare war für mich: Informativ, vollgepackt, viele Eindrücke die sich erst nach und nach setzten werden. Und gleichzeitig eine große Gemeinschaft, Ich habe noch nie so viele Menschen mit Behinderungen auf einem Fleck erlebt. Und dennoch gab es überhaupt keine Probleme. Die Rollstühle düsten zwischen den Blindenhunden umher und jeder hat ganz selbstverständlich auf den anderen Rücksicht genommen. Man musste sich nicht erklären oder rechtfertigen, an den Ständen wurde Platz gemacht, so dass jeder etwas sehen konnte, es wurde auf Augenhöhe kommuniziert. Und das meine ich, auf mehreren Ebenen.

Danke

Danke

Danke

Eure

 

 

 

 

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wheelymum

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5 Kommentare

  1. Deine Christine!

    Danke für die Erwähnung liebe whellymum 🙂
    Wie ich lese, hat es Dir auch sehr gut gefallen und Du hast Spaß gehabt.
    Das ist die Hauptsache!
    Liebe Grüße <3 <3 <3

    Antworten
    1. wheelymum (Beitrag Autor)

      sehr gerne, ich fand deinen Beitrag toll.

      Antworten
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