Kleine Behindernisse: Ablehnung der Haushaltshilfe

Nach einer Geburt brauchen Familien Hilfe und Unterstützung. Diese kann in vielfältiger Weise stattfinden: von einem gekochten Essen, über eine Unternehmung mit den Geschwisterkindern bis hin zu einer Haushaltshilfe. Diese kann man über die Krankenkasse bekommen. Zu den Aufgaben, gehört neben der Kinderbetreuung auch das führen des Haushaltes, wie Wäsche waschen, kochen oder einkaufen. Die Art und der Umfang sind unterschiedlich. (Ein Anrecht auf Haushaltshilfe hat man nicht nur nach Geburt, aber eben auch dann) Wichtig ist, dass der Arzt diese Form der Unterstützung verordnet. Soviel zur Theorie. Weitere Infos findet ihr hier.

Unsere Gesamtsituation ist kompliziert. Das ist mir klar und ich möchte hier gar nicht näher darauf eingehen. Nur soviel: Bereits vom Krankenhaus wurde unserer Familie eine Haushaltshilfe verordnet und dies auch so an die Gynäkologin weitergegeben. Die Verordnung hatte ich, aber eine Haushaltshilfe bekommen wir trotzdem nicht. Die Begründung der Kasse – und das ist mein eigentlicher Aufreger:

Weil ICH Leistungen der Pflegekasse beziehe, habe ich grundsätzlich keinen Anspruch auf eine Haushaltshilfe. Darunter leidet nun meine ganze Familie. Wie kann das sein?

 

Behindernisse

Dieses Beispiel zeigt wieder, dass Eltern mit Behinderungen in unserem System einfach nicht vorgesehen sind. Für sie gibt es keine Lösungen. Es werden Probleme gesucht, anstatt Lösungen gefunden. Und dadurch werden wir diskriminiert. Das ärgert mich sehr. Mittlerweile habe ich einige Tipps bekommen, wo ich eine Haushaltshilfe noch beantragen könnte, aber das bedeutet weitere Anträge, Atteste, Bescheinigungen, Zeit und Nerven. Und ganz ehrlich, das habe ich aktuell nicht.

 

Eure

wheelymum

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7 Kommentare

  1. Lydiaswelt

    Die Kasse muß zahlen, wenn Du ein Kind unter zwölf Jahren hast, und Dein Mann arbeiten geht. Das Pflegegeld ist schließlich für Dich, und nicht zur Versorgung Deiner Kinder. Eltern mit Behinderung sind nicht vorgesehen.

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  2. Lamasus

    Hallo,

    ach du je. Ich hatte nach den Zwillingen auch Ärger damit, die Krankenkasse davon zu überzeugen, dass ich wirklich Hilfe brauche. Der Arzt hat OK gegeben, ich hatte 3 Kinder unter 3 Jahren daheim und einen HB-Wert von 6. Aber ich hatte ja keinen Kaiserschnitt, da war der unangenehme Mitarbeiter bei der Kasse gar nicht dafür, dass ich Hilfe bekomme, trotz 2 Kilometer Kitaweg und Ehemann, der 13 Stunden am Tag außer Haus ist und das 6 Tage nach der Entbindung. Meine Mutter (100 km entfernt, berufstätig) wurde dann penetrant bei der Kasse, mir war es aber irgendwann auch zu anstrengend und ich wollte meine Kraft nicht für den Kram aufwenden. Es ging ja irgendwie doch, hab ich mir gesagt.
    Aber dass es in eurem Fall überhaupt eine Frage ist, ob diese Unterstützung wichtig und richtig ist, ist mir echt schleierhaft. Es tut mir richtig weh, das zu lesen, weil es bei euch ja einfach nicht ohne geht, egal wie sehr ihr euch zusammenreißt und zusammenrückt und mit großem Willen trotzdem macht.

    Jetzt fürs vierte Kind hab ich auch schon vorab nachgehört, was denn sein muss, damit ich Hilfe bekommen kann. Die Antwort war klasse: dass ja auch andere Kinder kriegen und nicht jedem ne Putzfrau deshalb zusteht (ich formuliere es mal extra so lapidar, weil es ja eben darum nicht geht). Ich bete jetzt drum, dass ich das Kind trotz BEL spontan entbinden kann (damit schneller heben und gehen kann) und so schnell wie möglich wieder voll einsatzbereit bin. Denn auch dieses Mal: Mann kann nicht daheim bleiben, um zu helfen, Kitaweg sind 2 Kilometer ein Weg und das Haus ist ja auch noch da und der Alltag muss weiterlaufen.

    Lasst euch nicht unterkriegen, bestimmt finden sich noch andere Wege irgendwie. Studentin, die den Kleinen in die Kita bringt, Nachbarin, die ein Brot mitbringt, Apotheke, die Medizin nach Hause bringt, Metzger, der heißen Mittagstisch rundfährt, Ärzte, die heim kommen, eine Freundin, die das Bad mal säubert – oder was auch immer gebraucht wird. Alles, alles Gute euch
    LG
    Lamasus

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  3. Emine

    Genau mit dieser frauen-& behindertenfeindlichen Begründung würde mir eine Haushaltshilfe abgelehnt.
    Man wird einfach nicht den “gesunden” Mamas gleich gestellt.
    Einfach Diskriminierung!!!

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  4. EsistJuli

    Irgendwie ist es schon ein Witz, dass Menschen, bei denen „klar“ ist, dass sie Hilfe brauchen, keine bekommen, weil sie schon andere Hilfe bekommen! Komische Logik!
    Das ist ja, als würde ich sagen „Wieso willst du einen rechten Schuh haben, du hast doch schon einen linken“
    Ich hoffe wirklich, ihr findet eine Lösung!!

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  5. Magda

    Wie traurig liebe Ju! Und behinderten und Familienfeindlich…

    Bitte lege Widerspruch ein! Was hat das Pflegegeld, welches ja ausschließlich für deine Pflege gemeint ist, mit deinen Pflichten und Aufgaben in einer 4 köpfigen Familie zu tun? Lass die Krankenkasse das mal schriftlich begründen und lass dich nicht auf ihre telefonischen Manipulationsversuchen ein.

    Lass sie dir alles schriftlich mitteilen.

    Viel Kraft und alles gute,

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  6. Mia

    Danke für die guten Informationen zu Haushaltshilfen. Eine Bekannte kämpft mit dem gleichen Problemen. Ein langer Atem kann hier sicher helfen. In anderen Belangen hatte ich schon Erfolg damit.

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    1. wheelymum (Beitrag Autor)

      Ja, genau. Ein langer Atem hilft. Aber leider ist das nicht immer möglich. Aber kämpfen lohnt sich auf jeden Fall.

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