Hallo Berlin, hallo Freiheit: Barrierefreiheit ist mehr als nur keine Treppen

Eigentlich dachte ich, wir kommen in unserem Alltag ganz gut zurecht. Aber dann war ich, mit meinen Liebsten in Berlin. Und ich konnte in wenig Großstadtluft schnuppern. Ich habe dieses Gefühl von Freiheit gespürt.

Wie ich das meine?

Ich konnte, ohne große Vorplanung, von einem zum anderen Ort.

Klar es lief nicht alles rund. Die Schifffahrt erforderte etwas Planung und das es am ersten Tag, dann trotzdem kein Schiff gab, auf das ich mit dem Rollstuhl gehen konnte, war etwas doof. Aber ich bekam einfach gesagt, wann genau eines starten wird. Ich kam in Restaurants, es gab immer wieder Bordsteinabsenkungen und die Straßenbahnen waren rollstuhltauglich. Ich bekam sogar eine Einweisung, nachdem die erste Straßenbahn mit dem Herzmann und Junior davon fuhr und das Januarwunder und ich an der Haltestelle zurückbleiben mussten. Ich wusste nicht, dass es neben den Türen mit den Rollstuhlzeichen einen extra Knopf gibt. Wenn man diesen drückt, kommt der Fahrer heraus, und klappt eine Rampe aus, so dass man problemlos ein und aussteigen kann.

Ich könnte viele dieser kleinen Dinge aufzählen. Und für Menschen die dort leben und jeden Tag damit konfrontiert sind, gibt es bestimmt auch immer noch Dinge, die man verbessern könnte. Aber für mich war das ein Gefühl von Freiheit. Wir konnten ohne Planung irgendwo hin fahren, es war für uns alle so angenehm. Und wir haben gespürt, wie sich echte Barrierefreiheit auf den Alltag, das Gefühl und auf uns als Familie auswirken kann. Wie wichtig dies ist. Wie unabhängig ich plötzlich war. Und das hat mir gezeigt wie viel Arbeit hier noch zu leisten ist. Bei uns in den kleinen Städten. Auf dem Dorf. Alleine ein Bewusstsein dafür zu schaffen. Und nicht als Bittsteller zu agieren, sondern diese Rechte einzufordern und zum umdenken zu bewegen. Mit einem lächeln im Gesicht, mit Selbstvertrauen, mit Nachdruck, mit Vorbildern und mit Vertrauen. Dann kann vielleicht auch hier etwas von dieser Leichtigkeit und Freiheit einziehen.

Gehen wir es an.

wheelymum

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1 Kommentar

  1. Lydiaswelt

    Bei uns entsteht ein Neubaugebiet, dessen Wohnungen als barrierefrei ausgewiesen sind, also ebenerdige Duschen, stufenlose Erreichbarkeit und Aufzüge. Tja, ich habe die Planer in Verlegenheit gebracht, als ich nach einer Sprachausgabe im Aufzug bzw. tastbaren Leitstreifen für Blinde gefragt habe. Und solange dieses Halbwissen in den Köpfen ist, bleibt für uns Alltagsaktivisten noch eine Menge Aufklärungsarbeit zu tun.

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