Gute Tage – schlechte Tage: wenn kein Tag ist, wie der andere

Es gibt sie diese Tage an denen alles leicht erscheint und man vor Energie voll geladen ist. Diese Tage kann es auch bei chronischen Krankheiten geben. Je mehr Beschwerden man hat oder je mehr diese ausgeprägt sind, umso mehr kann die Tagesform schwanken. Das ist nicht immer ganz so einfach auszuhalten und auch Tipps wie: Die Sonne scheint, da muss es einem ja einfach gut gehen, sind nicht immer sinnvoll.

Denn es geht nicht jedem besser, wenn die Sonne scheint. Manche Menschen können dann gar nicht aus dem Haus oder sie haben ein schlechtes Gewissen, weil das Wetter doch so schön ist und sie dennoch nicht aufstehen können.

Ein Krebskranker Patient sagte zu mir:

„Der schönste Moment ist der Moment am Morgen, bevor ich die Augen öffne. Sobald ich die Augen öffne spüre ich mich und weiß, ob es ein guter oder ein schlechter Tag werden wird.“

Mehr oder weniger, wie viele Löffel ich an diesem Tag zur Verfügung haben werde. Das kenne ich nur zu gut. Nicht jeder Tag schenkt dir gleich viele Löffel.

Ja, etwas Bewegung tut meistens gut und kann bei vielen chronischen Erkrankungen auch helfen den Teufelskreis zu durchbrechen. Denn wenn der Tag schlecht ist und der nächste vielleicht auch, kann es schnell zu Muskelabbau und zu weiteren Problemen führen. Sich unter größten Schmerzen aber zu quälen macht auch keinen Sinn.

Mit hat es geholfen, dass ich auch selbst festgestellt habe, dass die Schmerzempfindung am Nachmittag wissenschaftlich bewiesen nur ca. 1/3 so hoch ist wie am Morgen. Ebenfalls soll die Wirksamkeit von Schmerzmitteln auf Grund des Biorhythmus es am Abend besser sein als am Morgen. Meine Kinder interessiert das aber relativ wenig.

 

Bei durchwachsenen Tagen, muss ich meine Pausen machen, wenn sie nicht da sind. An schlechten Tagen, kann ich darauf leider gar keine Rücksicht nehmen. Über die Ferien lief es realtiv gut, nun ist gerade eher eine schlechte Phase. 

 

Was mir hilft, ist den Tag anzunehmen so wie er ist. Mich an Ritualen festzuhalten und zu versuchen so bestmöglich durch den Tag zu kommen. Mir Pausen zu gönnen, wann es möglich ist, Schmerzmittel zu nehmen, wann es nötig ist und zu versuchen, meine Löffel so einzuteilen, damit ich jedes Tag irgend etwas kleines schönes erleben kann. Manchmal gelingt das, manchmal nicht. Aber immer öfters – und dann merke ich, wenn ich hier gut auf mich achte und rechtzeitig meine Pausen und Auszeiten nehme, mich danach aber wieder aufraffe weiter zu machen, bekomme ich mehr schöne Tage als schlechte.

Das schreibe ich jetzt so einfach, so einfach ist es wirklich nicht und ich habe auch schon viele schlimme und furchtbare Zeiten durchgemacht. Doch der Blick auf das was noch kommt, den versuche ich mir stets zu wahren.

wheelymum

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