Corona und Menschen mit Behinderungen

Corona,

kaum hört man etwas anders. Jeder hat unterschiedliche Bedürfnisse, Wünsche und Sorgen bei diesem Thema. In dieser Woche habe ich einen Thread einer Pflegefachkraft gelesen, der mir Tränen in die Augen getrieben hat.

Dieser Text geht noch weiter ihr, könnt ihn euch auf Twitter ganz durchlesen oder zum Bespiel diesen Artikel darüber.

 

Und das stellt sich mir wieder die Frage:

In welche Gesellschaft wollen wir leben? Was können wir dafür tun, dass sich etwas verändert?

Jeder einzelne von uns?

 

Auch ich bin müde, aber vielleicht auf eine ganz andere Art und Weise. Und doch ist die Fragestellung die Selbe.

In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

 

Diese Frage stellt sich mir auch immer wieder im Zusammenhang mit Barrierefreiheit und Inklusion. Wie viele Ausreden und Vorwände gibt es, um als Gesellschaft nicht inklusiv zu sein. Die UN – Behindertenrechtskonvention ist wichtig. Viele Punkte sind aber leider immer noch nicht ausreichend berücksichtigt. Deutschland hat viel Handlungsbedarf. Es muss sich etwas tun. Das Märchen der Inklusion hört man immer und immer wieder. Und was wenn es hart auf hart kommt? Dann ist so viel Nixklusion wie man sich nur vorstellen kann. Ganz deutlich hat das die erste Phase der Pandemie gezeigt. Als es im März den ersten Lockdown gab, wurden Menschen mit Behinderungen überhaupt nicht mitgedacht. Ihr Bedürfnisse und Besonderheiten waren ausgeklammert. Verbände und einzelne Personen mussten um so vieles kämpfen. Man musste sich selbst an die Menschen und Politik wenden, dort ist man auf offene Ohren gestoßen. Aber von sich aus, hat niemanden an uns gedacht. Das ist erschreckend und zeigt ein Bild der Inklusion, wie es gesellschaftlich leider immer noch gesehen wird.

Es fehlten Unterstützungsleisten, Entlastungen wie Tagespflege, teilweise mussten Therapien ausfallen und Assitzenzen fallen weg.

Der Deutsche Behindertenrat hat sich auch dazu geäußert:

“Die mit der Pandemie verbundenen Einschränkungen im täglichen Leben treffen alle Menschen. Es zeigt sich aber, dass Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen in allen Altersstufen besonders von den Maßnahmen zur Corona-Eindämmung betroffen sind.” so Verena Bentele, DBR-Sprecherratsvorsitzende und VdK-Präsidentin.

Mit Kampf, mit Lautwerden und mit sichtbar machen, schaffen wir es, immer wieder einen Platz in den Köpfen der Menschen zu erhalten.

Im Krisenmodus, werden wir aber schlichtweg vergessen.

Das ist furchtbar erschreckend und zeigt den wirklichen Stellenwert der Inklusion. Das macht müde. Und doch dürfen wir nicht einschlafen. Im Gegenteil. Genau jetzt braucht man uns. In allen Bereichen. Genau jetzt, wo die Kraft eh, verschwindet gering ist. Aber wir müssen durchhalten. Für die, die nicht mehr können.

Die besonderen Bedarfe der Menschen mit Behinderungen müssen mitgedacht werden.

Nicht nur bei Corona, sondern immer.

 

Eure

wheelymum

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2 Kommentare

  1. Lydiaswelt

    Als blinde Frau habe ich mich teilweise ziemlich vergessen gefühlt. Auf einmal konnte meine Einkaufshilfe nicht mehr kommen, und ich bekam keinen Lieferdienst. Andere blinde Menschen bekamen keinen Begleitservice mehr, weil beim Führen eines Blinden der Abstand nicht eingehalten werden kann. Man konnte nicht mehr vorne in den Bus einsteigen. Das brauche ich, um den Fahrer nach der Buslinie zu fragen. Auch wenn ich inzwischen 2 erwachsene Kinder habe, die einiges kompensieren konnten, sollte das nicht die Lösung gewesen sein.

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  2. MiJaLiKa

    Sie werden auch jetzt vergessen.
    Habe meine Tochter seit März zu Hause, sie lebt bei mir,… Leider hatte sie auch noch einen Unfall auf dem Trampolin, genau zu der Zeit, als sie hätten wieder los gesollt… Jetzt im November ist Urlaub angesagt und abwarten wie sich der Teillockdown auf ihren Arbeitsplatz auswirkt…
    Für mich heißt es seit März “Dauerdienst” 🤷‍♀️

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