17. November Weltfrühchentag

In dieser Woche stecken so viele Erinnerungen. So viele harte Tage. Tage an denen ich manchmal nicht mehr wusste wie es weitergehen soll und gleichzeitig ist diese Woche so voller Liebe. Und ich spüre tief in mir: Die Liebe überdauert alles. Alles Leid, alle Verzweiflung und den Schmerz. Denn die bleibt.

Diese Liebe hat mich und uns auch 2 mal in unserem Leben durch verdammt harte Zeiten getragen. Durch die Zeiten von Frühchen – Eltern.

Der 17. November ist der Welt Frühchen Tag. Noch immer endet ca. jede 10. Schwangerschaft zu früh. Der 17. November ist der Tag an dem auf dieses Thema und die möglichen Folgen aufmerksam gemacht werden soll. Der Tag an dem the purple Light und lila Herzen die Welt und das Internet fluten sollen. Hier findet ihr mehr Infos.  Um an all diese kleinen Kämpfer zu denken, die so einen ganz anderen Start ins Leben hatten, als ursprünglich gedacht. An sie und ihre Familien. An alle die viel zu früh, von dieser Welt wieder gehen mussten und die Kinder, die mit Behinderungen oder Einschränkungen der unterschiedlichsten Art und Weise in ihr Leben gestartet sind. Wir möchten an diesem Tag aufmerksam machen, auf jede kleine Geschichte. Und Mut machen. Für uns war das zwei mal eine unglaublich intensive Zeit.

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Zeiten in denen sich Hoffen und Bangen völlig neue Dimensionen annehmen. Und gleichzeitig das Gefühl, mit einem sogenannten späten Frühchen, das einem diese Gefühle gar nicht zustehen. Denn es gibt viele Kinder auf der Intensivstation, denen es so viel schlechter geht. Kinder welche mit 500 g – so schwer wie eine Packung Margarine, zur Welt kamen. Das Zweifeln und Hadern machte sich breit.

Und doch macht es, für Eltern, gefühlsmäßig nur einen kleinen Unterschied, wie viele Wochen zu früh. Ich hatte meine Kinder im Krankenhaus und nicht bei mir. Wir konnten sie nicht füttern oder ich stillen, wie ich es wollte, wir durften nicht mit ihnen kuscheln, wann wir es wollten. Das Wochenbett sah so völlig anders aus. Der Stillstart war eine Katastrophe für mich. Alles drehte sich Zeiten, Grammzahlen, Blutwerte, um Schläuche, Sonden und noch so viel mehr. Das Gefühl nach der Geburt, ohne Baby nach Hause zu fahren, das wünsche ich niemandem.

Auch nach der Zeit auf der Intensivstation war auf der Neantologie kein Platz für eine Mama im Rollstuhl. Man fiebert dem Entlassungstag entgegen und hofft und betet, dass alle Werte im Normbereich sind, um entlassen zu werden um dann doch Angst vor diesem Schritt zu haben. Man weint mit anderen Eltern und ist völlig hilflos. Gleichzeitig muss man so stark sein, Entscheidungen treffen, auf sein Bauchgefühl hören und doch den Fachleuten vertrauen. Eine Berg – und Talfahrt mitten im Hormonchaos und doch bleibt die Liebe und das erwachen der Löweneltern, das unsagbare Kräfte freisetzt.

Dabei hatten wir zwei mal Glück, es gab keine Intubation, keine Not – OPs. Und doch, es war kein Spaziergang und so ganz anders als man sich die erste Zeit mit Baby vorstellt. Wir sind heute unendlich froh, dass die Medizin, Technik und menschliche Wärme unseren Kindern geholfen haben. Das ich heute manchmal die Augen verdrehe, wenn sie etwas anstellen oder ich genervt bin, weil sie so laut sind. Und gleichzeitig ist ein mein größtes Glück, dass sie ihren schweren Start so gut wie möglich weggesteckt haben und heute unser Haus mit Leben und Liebe füllen.

wheelymum

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