Annis Schwarzwaldgeheimnis – Wandertouren für die ganze Familie?!

Ich wurde auf die Wandertouren für die ganze Familie aufmerksam: Annis Schwarzwaldgeheimnis. Und ganz ehrlich: Wie toll hört sich dieses Konzept bitte an? Gemeinsam unterwegs sein, rätseln, den Schwarzwald entdecken und dabei als Familie ein kleines Abenteuer erleben.

Also begann meine Recherche: Welche der Touren könnten wir mit Rollstuhl machen?

Nach ungefähr zwei Stunden Hin- und Hergesuche habe ich irgendwann beschlossen, es mir einfacher zu machen und direkt beim Tourismusverbund Schwarzwald nachzufragen.

Die Antwort war ausgesprochen freundlich und vor allem ehrlich. Und genau deshalb möchte ich die Informationen auch weitergeben – vielleicht sucht gerade jemand anderes ebenfalls nach einer solchen Familienidee.

Eine Tour ist mit „Reisen für Alle“ zertifiziert:

Klosterreichenbach

Darüber hinaus liegen dem Tourismusverband Informationen zur Kinderwagentauglichkeit vor. Diese können zumindest eine erste Orientierung geben:

Kinderwagentauglich:

  • Bad Bellingen
  • Oppenau – allerdings mit steilen Abschnitten
  • Schiltach

Kinderwagentauglich, aber nur mit geländetauglichem Kinderwagen:

  • Dobel
  • Schömberg
  • Zell

Teilweise kinderwagentauglich, mit alternativen Strecken:

  • Gernsbach – auf der alternativen Strecke fehlen allerdings zwei Rätselorte
  • Oberharmersbach
  • Schramberg

Die Organisation der einzelnen Touren und auch der Verleih der Rätselrucksäcke erfolgt jeweils über die örtlichen Tourist-Informationen.

Und genau hier beginnt für mich wieder der etwas schwierigere Teil.

Denn für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer gibt es leider keine vergleichbare Übersicht. Der Tourismusverband konnte mir nicht sagen, welche der Touren tatsächlich mit Rollstuhl befahrbar sind. Mir wurde deshalb empfohlen, bei den jeweiligen Tourist-Informationen direkt nachzufragen. Die Menschen vor Ort kennen die Strecken schließlich am besten.

Das kann ich nachvollziehen. Und ich möchte an dieser Stelle auch ausdrücklich sagen: Ich fand die Antwort nicht enttäuschend. Im Gegenteil. Ich finde es wesentlich besser, wenn mir jemand ehrlich sagt: „Dazu haben wir keine verlässlichen Informationen“, als wenn irgendwo „barrierefrei“ steht und ich vor Ort feststellen muss, dass es eben doch nicht funktioniert.

Trotzdem bleibt bei mir ein Gedanke hängen.

Denn jetzt beginnt meine Arbeit erst.

Ich muss mir die einzelnen Touren genauer anschauen, Tourist-Informationen anschreiben oder anrufen und ganz konkrete Fragen stellen: Wie breit sind die Wege? Gibt es Wurzeln, groben Schotter oder Stufen? Wie steil sind die Abschnitte tatsächlich? Sind die Rätselstationen selbst erreichbar? Und vor allem: Was bedeutet „kinderwagentauglich“ an dieser Stelle für jemanden mit Rollstuhl?

Denn Kinderwagen und Rollstuhl sind eben nicht dasselbe.

Eine Strecke, die mit einem Kinderwagen funktioniert, kann für einen Rollstuhl trotzdem schwierig oder unmöglich sein. Und umgekehrt können bestimmte Wege für einen geländegängigen Rollstuhl durchaus machbar sein, obwohl sie nicht ausdrücklich als rollstuhltauglich beschrieben werden.

Genau diese Informationen fehlen mir.

Und das ist für mich der Punkt, an dem Barrierefreiheit im Alltag wieder kompliziert wird.

Nicht unbedingt, weil ein Angebot nicht zugänglich ist. Sondern weil ich vorher nicht zuverlässig herausfinden kann, ob es zugänglich ist.

Aus einer schönen Idee für einen Familienausflug werden dadurch schnell zwei Stunden Recherche, mehrere E-Mails und eine ganze Reihe von Unsicherheiten – noch bevor ich überhaupt weiß, ob ich den Rätselrucksack buchen kann.

Vielleicht ist Annis Schwarzwaldgeheimnis für uns trotzdem genau das richtige Familienabenteuer. Das möchte ich jetzt herausfinden.

Und bis dahin lasse ich die Informationen schon einmal hier. Denn vielleicht hilft diese kleine Übersicht einer anderen Familie bei der Suche ein Stück weiter.

 

 

wheelymum

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