Frühlingszeit ist Lesezeit – Ratgeber

Auf meinem Büchertisch tummeln sich die unterschiedlichsten Bücher. Und ich komme aktuell sogar dazu sie zu lesen. Denn um ehrlich zu sein, stapeln sich Bücher bei mir gerne auch mal eine ganze Zeit lang, bis ich sie lese. Der Beitrag enthält Links zum Partnerprogramm.

Bye Bye Schulstress,

ist wahrscheinlich ein Buch für alle Eltern deren Kinder in der Schule sind. Vielleicht auch schon für Eltern die gerade Vorschulkinder zu Hause haben. Denn dieses Buch handelt davon, wie die Schulzeit ohne Druck funktionieren kann – und ja, da müssen wir ganz oft bei uns Erwachsenen ansetzten. Aber nicht nur im Umgang mit unseren Kindern, sondern  auch unsere eigene Schulzeit reflektieren und unseren Umgang damit. Das Buch ist in 3 Teile aufgeteilt: Im ersten Teil geht es um unsere eigenen Gedanken und Ansprüche, aber auch um unsere Gefühle und Sorgen. Glaubenssätze, Mind Set und Lernfreude stärken stehen hier im Fokus. Dabei wird das aber nicht nur theoretisch erklärt, sondern aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet – Elternsicht, Lehrersicht .Geschichten aus eigenen Erfahrungen. Dazu gibt es Aufgaben, Fragen und Gedankenstopps, die helfen können, das gelesene für sein eigenes Familienleben einzuordnen. In Teil 2 dreht sich sann alles um die Themen Lernen, Selbstständigkeit und Konzentration. Welche Lerntypen sind meine Kinder, wie kann ich damit umgehen usw. Im letzten und 3 Teil des Buches geht es zum Gamechancer für mehr Lernfreude. Dieses Buch soll nicht noch mehr Druck (auf uns Eltern) aufbauen um Sinne von, dies und das gilt es jetzt zu tun. Sondern es möchte dazu hinführen, dass Schule und Lernen nicht mehr Familien Alltagsbestimmend sind. Schulglück kann auch anders aussehen.

 

 

Auf die Flügel kommt es an

Auf die Flügel kommt es an“ von Herbert Renz-Polster ist eines dieser Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten merkt: hier schreibt jemand der Kinder nicht als Projekt betrachtet, sondern als Menschen. Ich mg die Ansätze von Herbert Renz – Polster sehr. Kleine Menschen mit großem Eigenwillen, erstaunlicher Lautstärke und einer fast wissenschaftlichen Begabung, genau dann keine Schuhe anzuziehen, wenn man dringend losmuss.

Er greift ein Thema auf, das viele Familien beschäftigt: Bedürfnisorientierung. Allerdings bleibt er nicht bei dem stehen, was inzwischen oft wie ein Erziehungs-Schlagwort durch soziale Medien getragen wird. Er schaut auch genau hin und zeigt, dass Bedürfnisorientierung keine Selbstaufgabe sein muss und soll. Sein zentraler Gedanke lautet, dass Kinder nicht nur Wurzeln brauchen, sondern auch Flügel. Nicht nur Nähe, sondern ebenso Orientierung. Nicht nur Verständnis, sondern auch Entwicklung.

Genau dort wird das Buch spannend. Es hinterfragt die Vorstellung, dass gute Begleitung bedeutet, jedes Problem aus dem Weg zu räumen. Stattdessen beschreibt Renz-Polster Selbstständigkeit als etwas, das wachsen muss. Wie ein Muskel. Nur mit deutlich mehr Diskussionen vor dem Schlafengehen oder auch in allen anderen Lebensbereichen.

Besonders gelungen fand ich den Blick auf Selbstregulation, soziale Kompetenz und emotionale Reifung. Ich fühle mich gesehen, im Struggel den der Alltag mit sich bringt. Das Buch vermittelt dabei nicht das Gefühl, Eltern müssten perfekt sein. Eher das Gegenteil. Kinder dürfen Eltern haben, die nicht makellos sind. Aber eben in echten Beziehungen. Zu sich selbst, zum Gegenüber und den Kindern. Und an Beziehungen arbeiten. Dadurch entstehen Reibungen, Fehler, Grenzen, Entschuldigungen und ganz viel miteinander.

Es liefert keine Checkliste für das perfekte Familienleben und keinen geheimen Knopf gegen Wutanfälle. Schade eigentlich, denn oft wünsche ich mir genau das. vermutlich bin ich damit nicht alleine und es würde sich millionenfach verkaufen. Aber das ist nunmal im Leben nicht möglich. Es gibt keine To do Liste zum abhacken. Stattdessen bietet es Denkanstöße, Bilder und sogenannte „Flügelimpulse“, die dazu einladen, die eigene Rolle als Elternteil neu zu betrachten.

Es wird weder Kontrolle gepredigt noch grenzenlose Freiheit romantisiert. Es bewegt sich genau dazwischen. Dort, wo Familienleben tatsächlich stattfindet: zwischen Brotdosen, Autonomiekonflikten, Kuschelmomenten und der täglichen Frage, ob ein Kind wirklich nur deshalb keine Jacke braucht, weil es „das selber fühlen möchte“.

wheelymum

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