WmdedgT – Februar 2021

Was machst du eigentlich den ganzen Tag- wie immer am 5. eines Monates. 

Ich öffne meine Augen. Alles in mir schreit danach einfach liegen zu bleiben. Morgen. Wochenende. Hoffentlich ein wenig ausruhen. Ich mache nicht viel den Tag über, alles ist herunter gefahren und doch bin ich so erschöpft. Ich bekomme einen ziemlich nassen Kuss und dazu die zärtlich gebrüllte Frage: „Dibt es jetzt endlich Frühsstüüüg. Is hab so Hunger und bin schon fast verhungert.“

Die Kaffeemaschine läuft, ich schmiere Knusperbrote mit Frischkäse und schneide etwas Obst dazu. Die Spülmaschine will ausgeräumt werden. Aber zuerst ins Bad, während die Jungs frühstücken. Danach gehen diese ins Bad. Junior beginnt zu spielen, wie jeden Morgen Dabei warten seine Aufgaben auf ihn. Zig mal sage ich, er soll bitte anfangen. Er möchte nicht (Wir haben das natürlich schon ausprobiert, erst später zu starten, das geht noch weniger)

Irgendwann sitzt er doch dort. Zuerst Gemecker, dann sieht er dass es gar nicht so schlimm ist. Er baut Sachaufgaben aus Spielzeug nach und schwupps klappt es. Natürlich nehmen solche Aktionen viel Zeit in Anspruch. Das Verständnis ist hier bei uns aber viel besser.

Das Januarwunder verkleidet sich in der Zeit und wirft eine Million Bälle im Zimmer herum. Dazwischen meldet er an, dass man dringend mal wieder etwas Essen müsste. Auf mich wartet der Einkaufszettel. Bevor ich diesen schreiben kann, brauche ich einen Wochenplan. Manchmal geht das ganz einfach, manchmal ist es ein Graus. Jeder trägt was dazu bei, es geht ganz gut. Der Wocheneinkaufsplan für den Herzmann steht. Vorher geht es aber noch auf den Markt. Junior kann dort selbst seine Aufgaben üben und Gemüse einkaufen. Ich höre zum 1000 x den Morgen über Mama und nehme einen Schlucke meines kalten Kaffees.

Die Briefe für die Krankenkasse wollen fertig gemacht werden. Dazwischen fällt ein Becher Milch um. Ich merke, wie ich immer hektischer und dadurch auch lauter werde. Junior arbeitet gerade seelenruhig aber nach meinem Ermessen viel zu langsam. Das Telefon klingelt, eine Frage die ich gerade nicht beantworten kann, aber für die ich eigentlich verantwortlich bin. Stopp. Pause. Reset Knopf. Ein Schluck trinken und was zum knabbern richten. Danach sollen die Sachen gerichtet werden, dann wir müssen die Unterlagen in der Schule abgeben. Zum ersten Mal seit Weihnachten. Termin haben, klappt anscheinend auch nicht mehr ganz so gut. 1000 x bitte zieht euch an, habt ihr das? Wo ist ?

Eine gefühlte Ewigkeit später sind wir auf dem Weg. Vor der Schule warten noch 2 andere Familien. Wir unterhalten und kurz – andere Erwachsene sehen, die nicht zur Familie gehören. Wie schön. Einfach ein paar Worte wechseln und das Gefühl spüren – wir sind nicht alleine.

Danach geht es noch kurz auf den Markt: Sachaufgaben und so, ihr wisst schon. Junior übernimmt den Gemüsestand. Wir nehmen uns Fischfrikadellen zum Mittagessen mit. Zu Hause gibt es dazu Spinat und Kartoffeln. Die Jungs gehen danach in den Garten und spielen ein wenig. Es tröpfelt immer wieder mal, aber das stört sie nicht. Ich atme durch. Kurz danach sehe ich mir beim stoischen Einkauf verräumen und Spülmaschine ausräumen zu. Auch Wäsche will zusammen gelegt werden. Stinknormaler Alltag eben. Ich erhalte einen Anruf vom Sanitätshaus, es gibt Probleme und ein Techniker müsste vorbeikommen. Wann wir denn zu Hause sind. Die Jungs sind wieder da und möchten Fernseh schauen, Ich lege mich eine halbe Stunde hin und nutze die Zeit um das wunderschönen Bilderbuch: Von riesengroß bis klitzeklein* (Link zum Partnerprogramm)  auf Insta vorzustellen.

 

 

 

 

Danach geht es schon an die Abendessensvorbereitungen. Blumenkohleschnitzel mit der kräftigen Unterstützung beider Jungs. Es wird überlegt was wir aus den Bildern der Murmeltechnik machen könnten. Es soll eine Wimpelkette werden. Wir haben keine Nähmaschine und mit Kleber hat es nicht gehalten. Also tackern wir einfach.

Nach dem Abendessen verwandelt sich die Küche in eine Faschingssitzung. Die Kinder tanzen uns was vor, lesen Texte vor und singen Lieder. Kurz vor 19 Uhr kommt das Januarwunder und möchte, dass ich mit ihm kuschle. Wir legen uns in Bett und Junior arbeitet draußen weiter. Das Januarwunder wird vom Papa in sein Bett gebracht und ich bleibe einfach liegen. Will lesen. Doch ich verstehe nicht was ich da lese. Die Sätze verschwimmen einfach so. Also lasse ich es. Ich höre es in der Küche rascheln, klappern, bekomme ein Bild gebracht. Junior hat sich ein Kunstaltleier eröffnet und sich zum Ziel gesetzt, bis 22 Uhr wach zu bleiben. Schafft er auch. Man hört und sieht ihn nicht. Er macht sich was zu essen, malt, bastelt und ist völlig vertieft. Irgendwann kommt er und flüstert: Ich räume jetzt ein wenig zusammen, dann putze ich nochmal meine Zähne und dann bin ich aber auch wirklich richtig müde. Ich komme mir vor wie im Bilderbuch. Genieße den Augenblick und schlafe dann auch ein.

Diesen Text schreibe ich deswegen erst am Samstag morgen zu Ende – mit Blick in die Küche, in der Wasserfarbenreste auf dem Tisch kleben und der Fußboden voller Papierschnipsel ist.

 

Eure

wheelymum

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