Wird der Kopf dann auch beerdigt – Gespräche mit meinem Sohn

Wie redet man mit über den Tod? Er gehört zum Leben und ist doch immer noch ein Tabu. Als die Oma einer Freundin von Junior starb, haben wir wieder mit ihm über das Sterben und Tot sein gesprochen. Tod sein ist für ihn ganz ok. Er stellt sich vor, dass die Menschen dann im Himmel sind und umherfliegen. Sterben ist blöd. Trauern und traurig sein auch.

Was aber ganz komisch ist, ist das beerdigen. Das der Körper beerdigt wird – das stellte er gar nicht in Frage. In seinem Kopf bekam er auch zusammen, dass der Körper verbrannt oder begraben wird. Und dennoch „etwas“ von dem Verstorbenen im Himmel ist. Und dann kam die Frage:

„Mama, wird der Kopf dann mit beerdigt?“

Als ich nachfrage, wie er das meint erklärt er mir:

„Ja, das wird alles beerdigt, aber den Kopf, den braucht man doch auch im Himmel.“

Ich schaue ihn an, ohne eine Antwort zu geben und spüre er braucht etwas Zeit, da wird noch mehr kommen.

„Wie sollen wir denn sonst miteinander sprechen? Oder die Leute auf der Erde sehen? Oder uns einen Kuss geben?“

„Ich weiß es nicht, mein Schatz.“

„Stimmt, du warst ja noch nicht tot.

-Pause –

Und wenn wir es nicht wissen, können wir es uns vorstellen oder uns überraschen lassen. Oder wir üben hier schon einmal ohne Worte zu sprechen.“

Ich nicke.

„ja, weil weißt du: Du sagst jeden Morgen, wenn ich in den Kindergarten gehe, dass du mich liebst. Und wenn du es mal vergisst, dann hast du es nicht gesagt. Aber ich weiß es trotzdem.“

Ich nickte wieder – mit einem Klos im Hals und einer Träne auf der Wange.

„Lass uns jetzt aber endlich weiterspielen, die Autos warten schon so lange auf uns.“

wheelymum

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2 Kommentare

  1. Suomitany

    Ich bin sehr gerührt. Du hast ein großartiges Kind. LG Tanja

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  2. Lydiaswelt

    Kinder denken oft so geradeheraus.

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