Vorurteilesfreies Spielzeug – Integration und Inklusion –

Spielsachen. Was genau ist das? Wozu braucht man es und welche Identifikationsmöglichkeiten bietet es dem Kind? Heute soll das Thema hier nicht sein, wie viel Spielsachen braucht ein Kind? Oder ist Holz besser als Plastik? Heute kommt ein Thema zum Vorschein, welches mir so sehr am Herzen liegt. Die Vielfalt die in Spielsachen abgebildet wird. Anna und Sina haben sich lange damit beschäftigt und nach Spielsachen gesucht, die die kulturelle Vielfalt abbilden.  Integration und Inklusion bei Spielzeug. Was daran so schwierig war, was sich noch ändern muss und wieso das eigentlich alles selbstverständlich sein sollte, könnt ihr heute in dem (langen) Interview lesen. Es lohnt sich.

Ihr seit Mitglieder im Verband binationaler Familien und Partnerschaften. Was genau ist darunter zu verstehen und wie seid ihr dazu gekommen?

Der Verband Binationaler hat sich 1972 als Selbsthilfe Organisation gegründet. (Hier kommt ihr zur Internetseite)  Anlass für die Vereinsgründung war die politische Situation in Deutschland nach den Anschlägen auf das israelische Olympiateam. Damals schlossen sich deutsche Ehefrauen palästinensischer Männer zusammen, weil diese unter Generalverdacht gestellt und systematisch quasi in „Nacht-und-Nebel-Aktionen“ abgeschoben wurden. Es gab damals noch kein Rechtsanspruch darauf, die Ehe in Deutschland zu führen wenn „nur“ die EheFRAU die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Deutsche Frauen, die mit ihrem abgeschobenen Mann weiterhin zusammen leben wollten, hatten nur die Möglichkeit ihrem Mann ins Ausland zu folgen – in diesem Fall in ein politisch unsicheres Gebiet.

Betroffene Frauen haben sich also zusammengeschlossen um sich für die Rechte binationaler Familien stark zu machen.

Im Laufe der Zeit ist der Verband gewachsen und hat sich professionalisiert. Weiterhin sind binationale Beziehungen von rechtlichen und sozialen Diskriminierung betroffen. Die Themen haben sich im Laufe der Zeit verändert aber der Verband setzt sich weiterhin für die Interessen binationaler Familienbeziehungen ein. Die Antirassismusarbeit ist neben dem Kampf um rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung von Menschen mit Migrationshintergrund sowie Paaren unterschiedlicher Staatsangehörigkeiten eines unserer Hauptanliegen. In Form von Beratungsarbeit sowie Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit setzen wir uns für die Realisierung dieser Anliegen ein. Die vorurteilsbewusste Erziehung und die Entwicklung von einem Bewusstsein für Vielfalt der Gesellschaft ist dabei von elementarer Bedeutung.

Verband binationaler Familien

Wir beide sind vor ca. 10 Jahren über die Beratung zum Verband gekommen und haben anschließend angefangen, uns in der Vereinsarbeit zu engagieren. Seit 2012 sind wir beide im Vorstand aktiv.

Vor einigen Jahren habt ihr festgestellt, dass Spielsachen in Deutschland leider immer noch sehr auf weiße Charaktere bezogen sind. Ein Thema das nicht nur rassistisch ist, sondern auch schlichtweg verpasst, allen Kindern Vielfalt, Inklusionund Integration in ihrem natürlichem Umfeld, dem Spielen, zu vermitteln. Wie wurdet ihr auf dieses Thema aufmerksam?

Als unsere Kinder 3 bzw. 4 Jahre alt waren, erkannten wir ein regelmäßig wiederkehrendes Muster: vor Geburtstagen, Weihnachten, Ostern etc. verbrachten wir beide jeweils Stunden mit der Suche nach Spielzeug für unsere afrodeutschen Kinder. Wir hatten längst gemerkt, dass deutsche Spielwarenläden oder Kaufhäuser wenig bis garkein Spielzeug führen, mit dem afrodeutsche Kinder sich identifizieren können. Wir bestellten also beide viel Spielzeug im Ausland, was nicht nur erhöhte Kosten für Portound Zoll mit sich brachte, sondern auch implizierte, dass wir mit der Planung bereitsMonate vor der jeweiligen Feier beginnen mussten. Ein ungeheurer Aufwand!

Anna: ich erinnere mich an den einen Geburtstag meiner Tochter, als wir ihr einen Schwarzen Vater für ihre Puppenhausfamilie schenken wollten. Ich rief in zahlreichen Hamburger Spielzeugläden an. Die Verkäufer*innen reagierten auf meine Nachfrage peinlich berührt bis aggressiv. Eine Verkäuferin fragte mich beispielsweise vollkommen genervt: „Was wollen Sie denn überhaupt damit?!“ Eine andere riet mir: „Schauen Sie doch mal in Dritte-Welt-Läden [sic!], wo die Sachen verkauft werden, wo diese Leute herkommen.“

Sina: Auf der Suche nach einem Geburstagsgeschenk für meinen Sohn telefonierte ich einmal mit einer Spielzeugladenmitarbeiterin. Nachdem sie mich zuerst bedauernd abgewiesen hatte, rief sie mich nach einigen Tagen zurück und empfahl mir ein „ganz tolles, neu eingetroffenes Spielzeug“ in ihrem Sortiment. Es handelte sich um die Figur der stolze Afrikaner“ aus der Schleich-Serie Unsere Neuen Helden; eine sehr klischeehafte und diffamierende Abbildung eines Schwarzen Mannes. Wie soll mein Sohn, der in Hamburg aufwächst, sich mit einem Mann in Lendenschurz mit Speer in der Handidentifizieren können?

Wir haben uns regelmäßig über unsere Recherchen und Erfahrungen ausgetauscht und irgendwann beschlossen, unsere positiven Suchergebnisse zu bündeln. Nicht nur um uns selbst, sondern auch anderen Menschen die Suche nach Spielzeug zu erleichtern.

Relativ schnell haben wir beschlossen die politische Dimension der Thematik öffentlich zu machen. Wir wollten uns nicht zufrieden geben, auf ausländische Märkte auszuweichen. Es war uns zum Einen ein Bedürfnis, die Spielzeugindustrie darauf aufmerksam zumachen, dass in Deutschland eine große Kluft zwischen dem Bild, das Spielzeug vermittelt und der tatsächlichen gesellschaftlichen Vielfalt besteht. Zum Anderen wollten wir für unsere Kinder positive Identifizierungsmöglichkeiten IN Deutschland einfordern – dem Land in dem sie aufwachsen und das sie als ihre Heimat bezeichnen.

Deshalb war und ist die Kontaktaufnahme zu Spielzeugfirmen und Läden für uns ein ganz zentraler Punkt. Es ist unserer Meinung nach ganz wichtig, dass die Spielzeugindustrie die bestehende Nachfrage von möglichst vielen Seiten deutlich gespiegelt bekommt.

Ich selbst spüre diese Tabus, immer wieder im Bereich mit Behinderten, Alten oder Kranken Menschen. Gibt es Spielfiguren oder Spielsachen zu diesen Themen, so wurden sie immer als „besonders“ herausgehoben. Die erste Ausnahme die ich persönlich feststellen konnte, war Lego mit dem Spielset im Park. Hier war der Rollstuhlfahrer ein Teil von vielen – ohne Besonderheit. Aber leider blieb es vorerst bei dieser einen Figur. Lego Duplo hat auch eine Diversität in den Hautfarben undohne weiter Vorurteile. Auf meine Nachfragen bei Herstellern, bekam ich häufig die Rückmeldung: Die Nachfrage sei einfach nicht da. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Ja, da haben wir ähnliche Erfahrungen gemacht. Es ist zum Beispiel total üblich, dass Schwarze Figuren in Trachten abgebildet werden, dass sie den Produktnamen „Afrikaner“ oder ähnliches tragen. Das zeigt ein Verständnis, dass Schwarze Menschen und Menschen of Color nicht als deutsch gesehen werden, sondern immer als im Auslandverortet. Sie werden dargestellt als Fremde, als Zugewanderte, in Büchern spielen sie überwiegend passive und/oder Opferrollen: sie sind geflohen, sie kennen sich nicht aus,sie brauchen Schutz und Hilfe von weißen; zum Beispiel vor ,fremdenfeindlichen‘Übergriffen oder als Integrationshelfer*innen.

Gespräche mit anderen Menschen und Institutionen zu diesem Thema haben gezeigt, dass die Nachfrage sehr wohl besteht und diese auch immer wieder an die Industrieherangetragen wird. Unseres Erachtens handelt es sich bei Aussagen wie „wir würden jagern, aber die Nachfrage ist nicht da“ um eine Ausweichstrategie, die das Thema herunterspielen und ein ausschließlich weißes Spielzeugsortiment rechtfertigen soll.

Uns fällt zum Beispiel immer wieder auf, dass Spielzeuge, die in verschiedenen Ländern erhältlich sind, für Deutschland angepasst werden: So werden gezielt Schwarze Figuren aussortiert oder durch weiße ersetzt.

Letztlich ist es nicht relevant, ob genügend Menschen sich wirklich die Mühe machen, von der Spielzeugindustrie Repräsentation gezielt einzufordern. Die gesellschaftliche Vielfalt in Deutschland ist schlichtweg eine Realität – das allein muss Grund ausreichen um das Angebot anzupassen.

Bei mir war es so, dass sich vielmehr die Kinder, die sonst keinen oder wenig Kontakt zu Menschen im realen Leben haben, sich für die Spielsachen interessiert haben. Sie konnten hiermit ihre Erfahrungswelt erweitern oder gesehenesnachspielen. Kinder im Rollstuhl haben sich über die Figur gefreut, haben im Spiel aber auch laufende Figuren gewählt. Alles inklusive sozusagen. Wie wichtig sind die Identifikationsmöglichkeiten für Kinder und Eltern, bei der Auswahl der Spiele?

Die Identifikationsmöglichkeiten des Spielzeugs sind für uns elementar wichtig. Der unmittelbare Effekt der sich zeigt, wenn ein Schwarzes Kind sich in einem Spielzeug wieder erkennt ist wahnsinnig berührend. Man sieht in diesem Moment an quasi jeder Faser seines Körpers, was für ein elementar wichtiges und stärkendes Erlebnis es ist, sich selber wiederfinden zu können. Immer wieder beobachten und hören wir, wie Kinder beim Anblick einer Puppe freudestrahlend und erstaunt ausrufen: „Die sieht ja aus wie ich!“

Sina: Auf dem Kinderflohmarkt entdeckte ich einmal eine kleine Schwarze Puppenhauspuppe. Ich fragte das Schwarze Mädchen am Stand nach dem Preis und sie wirkte überrumpelt. Sie sagte mir, die Puppe sei nur aus Versehen auf dem Tisch gelandet und sie wolle sie eigentlich gar nicht verkaufen. Dann sah sie meinen Sohn, der zuvor hinter meinem Rücken stand und verstand, dass ich die Puppe für ihn kaufen wollte. Darauf schenkte sie mir die Puppe und sagte: „Für ihn ist das wichtig. Er braucht Schwarze Puppen!“

Anna: Einer der pädagogischen Ansprüche an Spielzeug ist ja, dass Kinder damit die Möglichkeit haben sollen, ihren Alltag damit nachzuspielen um ihn zu verarbeiten. Ich erinnere mich an den Moment, wo der Schwarze Puppenhausvater endlich gefunden war. Während meine Tochter vorher mit den vorhandenen Puppen abstrakte Szenarien gespielt hatte, fing sie nun auf einmal an, konkrete Szenen aus unserem Familienalltag nachzuspielen. Erst in dem Moment schien sie uns in den Puppen wieder zu erkennen.

Wir selbst und auch andere Eltern kennen zahlreiche Beispiele, wo besagtes Spielzeug Perspektiven öffnet. Schwarze Kinder gehen beispielsweise oft bewusst oder unbewusst davon aus, dass sie bestimmte Berufe nicht ausüben können, weil sie keine Schwarzen Vorbilder dafür sehen.

Sina: Mein Sohn hat beim Anblick des endlich gefundenen Schwarzen Playmobil Polizisten gesagt: „Dann kann ich ja auch Polizist werden! Ich dachte immer, dass ich das nicht kann, weil es keine Schwarzen Polizisten gibt!“

Unsere Welt und unsere Gesellschaft so vielfältig. Warum sind vielfältige und vorurteilsfreie Spielsachen, nicht nur für eine Randgruppe interessant, sondern eine Bereicherung für alle?

Seit unsere Kinder geboren sind, wird von uns verlangt, dass wir ihre „Herkunft“, ihre Abstammung“ erklären. Seit unsere Kinder etwa vier sind, werden sie regelmäßig von gleichaltrigen Kindern gefragt: „Wo kommst du her?“ „Sprichst du deutsch?“ Diese und ähnliche Fragen kommen, bevor irgendwas anderes gefragt wird, zum Beispiel „Wie heißt du?“ „wie alt bist du?“

Es gibt ja das weit verbreitete Argument, Intoleranz gegenüber Vielfalt „älteren Generationen“ zuzuschreiben. Das Beispiel ist eines von vielen, das zeigt, dass unter weißen Menschen aller Generationen auch in einer vielfältigen Stadt wie Hamburg bisher die Haltung herrscht, dass alle die nicht-weiß sind „eigentlich“ nicht dazu gehören.

Eine Mutter berichtete uns von ihrer Tochter, die im Kindergarten in die Rolle einer Fee schlüpfen wollte. Es entstand ein Konflikt, weil die weißen Mädchen der Gruppe ihr diese Möglichkeit nicht zuerkannten, mit dem Argument, es gäbe schließlich keine Schwarzen Feen, denn in keinem einzigen Buch stünde etwas darüber.

Es ist ein wichtiger Schritt, Minderheiten zu zeigen „ihr gehört dazu, ihr werdet gesehen, ihr seid wichtig“; zum Beispiel indem Sie sich im Spielmaterial wiederfinden.

Genauso wichtig ist es, dass die Mehrheitsgesellschaft Vielfalt als selbstverständlich empfindet, dass Zugehörigkeit nicht aufgrund äußerer Merkmale zu- oder aberkannt werden darf. So wie der Schwarze Junge die Perspektive haben sollte, dass er Polizist oder Arzt werden kann, sollte auch weißen Kindern diese Perspektive, dass es Schwarze Polizist*innen u.ä. gibt, unbedingt aufgezeigt werden.

Anna: Es ist ja so ein beliebter Irrtum „Beige“ und „Hautfarbe“ synonym zu benutzen und damit implizit den Hautton von Weißen zur Norm, alle anderen zu Abweichungen davon zu erklären. Was ich zum Beispiel sehr gern vor allem auch an weiße Kinder verschenke, sind die Skin Tone Stifte – also 12 Farbstifte in unterschiedlichen Hauttönen. Das sagt und bewegt viel mehr als würde ich mich jetzt hinstellen und einen Vortrag dazu halten.

Es gibt Spielsachen die diese Diversität darstellen. Ihr habt euch gezielt auf diese Suche gemacht und eine Spielzeugpositivliste erstellt. Was genau waren die Kriterien für diese Liste?

Es gibt drei Hauptkriterien für die Auswahl des Materials:

1) Es werden Schwarze oder Personen of Color als selbstverständliche Mitglieder der deutschen Gesellschaft und als hier zu Hause dargestellt. Entscheidend für diesen Aspekt ist auch, dass Vielfalt differenziert, wertschätzend und als Normalität. Außerdem war uns wichtig, dass verschiedene Lebensformen als gleichwertig abgebildet werden. Nur so hat ein in Deutschland aufwachsenden Kindes die Möglichkeit sich und seine eigene Lebenswirklichkeit in dem Material wieder zu finden und seinen Alltag damit nachzuspielen.

2) Natürlich ist es wichtig, dass das Material vorurteilsfrei und Abbildungen ohne Klischees sind. Homogenisierungen und exotisch-folkloristische Reduktionen auf ein einziges typisches“ Merkmal (Hautfarbe, Religion o.ä.) werden der tatsächlichen Lebensweise nicht gerecht und verstärken eher die Vorurteile gegenüber Minderheiten. Auch muss die Gleichwertigkeit zwischen der Darstellung weißer und nicht-weißer Figuren gegeben sein. Zum Beispiel tragen oft nur die weißen Charaktere Schuhe, während die nicht-weißen barfuß sind. Solche Abbildungen entsprachen nicht unseren Kriterien.

3) Und als drittes ist uns wichtig, dass das Spielzeug positive Identifikationsmöglichkeiten bietet, dass also Schwarze oder Menschen of Color als bewundernswert, gleichberechtigt, stark, dargestellt sind. Beispiele hierfür sind die Figur einer Ärztin in Hijab, die Schwarze Pilotin, der Schwarze Feuerwehrmann.

Und dann gibt es weitere Kriterien, die sozusagen untergeordnet sind: Zum Beispiel freut es uns natürlich zusätzlich, wenn das Spielmaterial umweltverträglich und schön verarbeitet ist.

Und auch die Berücksichtigung weiterer Diskriminierungsmerkmale ist ein nice-to-have Kriterium. Die Darstellung von Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung,gleichberechtigte Geschlechter- und Familienrollen, natürlicher Körperformen…

Am Anfang des Projektes haben wir gemerkt, dass wir diese letzten Kriterien oftmals sehr schnell haben fallen lassen müssen. Nach dem Motto: „dann spielt meine Tochter halt mit Barbie, bevor sie gar keine Schwarzen Puppen hat!“

Mittlerweile gibt es deutlich mehr Auswahlmöglichkeiten, sodass wir immer stärker auch sehen, dass die nice-to-have Aspekte auch erfüllt werden können.

Hier könnt ihr euch die Liste als PDF Datei kostenlos downloaden.

Die gesammelten Spielsachen findet ihr in der positiv Liste

Welche Reaktionen habt ihr danach erfahren?

Eltern und andere Personen mit ähnlichen Anliegen waren natürlich begeistert, durch die Liste Anregungen zu bekommen um die mühevolle und zeitaufwendige Recherche umgehen zu können. Die Herstellenden, die wir kontaktiert haben, waren alle sehr aufgeschlossen für die Thematik. Wir haben lange telefonische und schriftliche Gespräche geführt mit Playmobil, Lego, dem Puppenhersteller Caco, Ostheimer, dem Usborne Verlag, dem Dorling Kindersley Verlag. Es wurden Angebote individueller Einzelanfertigungen Schwarzer und Puppen of Color gemacht, Verlage baten uns um eine kritische Rückmeldung zu den Darstellungen in ihrem Programm… Alle zeigten großes Interesse am Thema, an der Liste, an der Arbeit des Verbandes. Natürlich wird das auch gefördert durch das wirtschaftliche Interesse an dem – bisher unbekannten – Klientel. Aber wir haben auch ganz persönliches und idealistisches Engagement der Gesprächspartner*innen bemerken können.

Im Laufe der Zeit hat sich immer stärker gezeigt, wie sehr das Spielzeug in unterschiedlichen Zusammenhängen ein positiver Anlass ist, um über ein schwieriges Thema zu sprechen.

Also haben wir mit Unterstützung zahlreicher Sponsor*innen (u.a. der Anna Hellwege Stiftung und verschiedener Spielzeugfirmen) einen Positiv-Spielzeugkoffer zusammengestellt und das Fortbildungskonzept ZusammenSpiel entwickelt.

Wir richten uns mit dem Projekt vor allem an pädagogische Fachkräfte, denn der Blick vieler Kinder in Deutschland wird durch das Spielzeug in den Bildungseinrichtungen geprägt.

In vielen Einrichtungen fehlt schlichtweg die Erfahrung und das nötige Handwerkszeug um Vielfalt wertschätzend und selbstverständlich zu begegnen, deshalb gehen Bemühung oft über Folklore-Projekte wie dem „interkulturellen Frühstück“ nicht hinaus. Das bringt zwei Problem mit sich: Zum Einen werden die Kinder of Color in diesem Rahmen erneut zu Fremden“ gemacht, weil sie es sind, die „was aus ihrer Heimat mitbringen sollen“. Man erwartet „exotische fremde“ Speisen und Kleidung und geht schlicht davon aus, dass die Heimat besagter Familien NICHT Deutschland sein kann. Das zweite Problem ist, dass Vielfalt auf diese Weise als Attraktion und Ausnahme dargestellt wird und so eben genau nicht als selbstverständlich. Zwei Gründe, warum gut gemeinte Projekte mitunter genau das Gegenteil von Wertschätzung vermitteln.

Wir möchten das Spielzeug als Anknüpfungspunkt nutzen um mit pädagogischem Fachpersonal Gespräche zu Vielfaltsthemen zu führen. Wir möchten verdeutlichen, wie wichtig es für Kinder ist, repräsentiert zu werden und sich zugehörig zu fühlen. Es geht auch darum, ein Bewusstsein und Empathie für Minderheiten zu entwickeln oder zu stärken. Unsere Fortbildung zielt auf die stärkt Stärkung der Handlungskompetenz von Pädagog*innen ab und gibt ihnen konkretes Handwerkszeug zur alltäglichen Umsetzungmit auf den Weg.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft und mögt es den Menschen mit auf den Weg geben?

Die Reaktion der Kinder auf Spielzeug, in dem sie sich selbst erkennen zeigt uns immer wieder, wie sehr so etwas scheinbar „Banales“ doch einen eindeutigen Unterschied machen kann.

Wir haben schon das Gefühl, dass der deutsche Spielzeugmarkt seit Beginn unserer Aktivitäten Ende 2012 vielfältiger geworden ist und es kleine aber feine Fortschritte gibt.

Das zeigt, dass sich die Mühe lohnt!

Wir wollen andere ermutigen, mit ihren Anliegen und Bedürfnissen auch offener umzugehen. Wir fragen regelmäßig in Läden nach bestimmten Spielzeugen, Bastelmaterialien, die unseren Kriterien entsprechen, weil bzw. obwohl wir wissen, dass diese nicht zum Standardsortiment des Ladens gehören. Fragen Sie doch einfach mal bei Spielzeugfirmen nach oder gehen Sie in einen Spielzeugladen und fragen zum Beispiel nach einem Lego Set mit einer Schwarzen Ärztin oder Feuerwehrfrau obwohl Sie genauwissen, dass es diese Sets (noch) gar nicht gibt ;).

 

Hier kommt ihr zur Facebbok Seite des Verbandes.

 

Vielen lieben Dank für diese wichtigen  Einblicke.

Was sagt ihr dazu?

Habt ihr euch darüber bereits Gedanken gemacht?

 

Hier kommt ihr zu einem Gewinnspiel, bei dem ihr ezweas aus der Liste gewinnen könnt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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wheelymum

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7 Kommentare

  1. Pingback: Vorurteilsfreies Spielzeug (Gewinnspiel) - Wheelymum

  2. Lydiaswelt

    Diese Organisation leistet echt wertvolle Arbeit.

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  3. Jasmin

    Vielen Dank für eure Mühe und eure tolle Arbeit. Danke Wheelymum, dass du darüber berichtest.

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