In meiner Pädagogik – Kiste: Eltern Ratgeber

Lesen, lesen, lesen….. Meine aktuellen Leseempfehlungen im Herbs 2018

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Essen kommen: Familientisch – Familienglück*

Im neuen Buch von Jesper Juul, geht es um ein Thema, welches jede Familie betrifft. Das Familienessen. Wir hatten einen schwierigen Start in unsere gemeinsame Mahlzeiten. Die Gründe hierfür lagen jedoch ganz wo anders. Jesper Juul nimmt sich dieses Themas an und beschreibt in fünf Kapiteln ausführlich und sehr bunt – auch mit wunderschönen ansprechenden Bildern, auf was man beim Essen achten sollte. Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme. Essen ist auch mehr als gesundes Essen oder satt sein – es ist Beziehungspflege, ins Gespräch kommen und unterschiedlichen Stimmungen. Alles hat seinen Platz.

„Wer Regeln und Vitaminen mehr Bedeutung beimisst als den Menschen, die das Essen zu sich nehmen, und ihrem Verhältnis untereinander, verkennt den Aspekt der Geselligkeit und seinen Einfluss auf das Gelingen einer Mahlzeit. Eine Familie ist weder richtig noch falsch. Sie ist, wie sie ist.“ (Seite 21)

Und so werden ganz unterschiedliche Themenbereiche angesprochen. Auch die Kompetenzen der Kinder und somit, wird ganz klar herausgehoben, dass Kinder wissen, wann sie Hunger haben und wann sie satt sind. Wenn man diesen Punkt berücksichtigt, kann das Familienessen schon viel entspannter werden. Natürlich gibt es auch immer wieder Konflikte und auch diese werden angesprochen und unterschiedliche Lösungsmethoden angeboten. Wie ist es auswärts mit Kindern zu Essen? Was kann ich tun, wenn mein Kind kaum etwas mag? Es gibt Worte die den Appetit verderben können…

Ganz besonders mag ich die Ausdrucksweise: Wählerisch oder Geschmackssicher? Mit kleinen Gesprächen, Alternativen, Erfahrungstexten und sehr vielen Rezepten ist das Buch bunt durchgemischt.

„Die Mahlzeit ist nicht der richtige Ort, seine Kinder oder andere Familienmitglieder zu erziehen.“

 

 

Katharina Saalfrank kennen viele als die Super Nanny. Nun hat sie ein Buch im Beltz Verlag veröffentlicht indem sie neue wertschätzende Wege vorstellt, für Eltern, die Es anders machen wollen.

Kindheit ohne Strafen: Neue wertschätzende Wege für Eltern, die es anders machen wollen*

In der Einleitung lädt die Autorin zu einem Gedankenexperiment ein. Es soll vermitteln, wie wir mit unseren Kindern umgehen, indem wir die Rollen auf die Paarbeziehung heben. Der Partner hat seine Aufgaben nicht erledigt und als Konsequenz, darf er kein Fussball schauen. Um was geht es also? Sollen wir unseren Kindern keine Grenzen und Orientierung bieten? Nein, darum geht es nicht, Vielmehr ist das Thema des Buches konstruktive Alternativen zu Strafen anzubieten, aufgebaut auf einem bindunngsorientierten Erziehung.

Es gibt kein Patentrezept für die Entwicklung und Erziehung von Kindern, kann es gar nicht geben.

Eltern dürfen sich trauen neue Wege zu gehen, wir dürfen darauf vertrauen, dass unsere Kinder kooperieren möchten. Die Frage ist vielmehr, wie dies gelingen kann.

Häufig verletzten wir Erwachsenen die Grenzen unserer Kinder und das noch nicht einmal bewusst. Vielmehr liegt es in unserer eigenen Erfahrungswelt und uns fehlen mögliche Alternativen. Unsere eigenen Gefühle übertragen wir damit auf unsere Kinder.

„Wir strafen unsere Kinder aus einem Ärger heraus, den die Kinder lediglich ausgelöst haben, dessen Ursache und Entstehung jedoch zumeist in der eigenen Kindheit und schon lange zurückliegt.“

Wenn man seien eigenen Gefühle und Beweggründe kennt, kann man diese hinterfragen und evtl. anders reagieren. Das ist mit Sicherheit nicht immer einfach. Dazu gehört eine große Portion Selbstreflexion Dazu bedarf es Zeit, tägliche Übung um Verhaltensweisen bei uns Erwachsenen zu verändern und Mut. Ändern wir unser Verhalten, dann ändert sich auch das unserer Kinder und zwar über eine viel bessere Beziehung untereinander.

Dieses Buch vermittelt zeigt die kindliche Emotionsentwicklung und gibt Möglichkeiten, wie eine kindgerechte Antwort auf verschiedene Situationen aussehen kann.

Es geht hier nicht um Kuschelpädagogik sondern darum, das Kind zu unterstützen in Liebe und mit einem gesunden Selbstwertgefühl groß werden zu lassen ohne in einen permanenten Machtkampf zu gelangen.

„Wenn wir Kinder durch Sanktionen und Konsequenzen an eine von uns gewollte Vorstellung anpassen, anstatt Konflikte wertschätzend zu lösen, fehlen Kinder später im Leben nötige Voraussetzungen und Erfahrungen mit sich selbst. Und es ist doch in unsere Interesse, dass Kinder konfliktfähige, selbstbewusste und eigenverantwortliche Menschen werden.“

 

 

Mein Kind ist genau richtig, wie es ist: Das Ermutigungsbuch für Eltern*

Schon beim Titel möchte ich laut rufen: – Jaaaaa ! Die Autorin Heidemarie Brosche möchte uns Eltern Mut machen, unsere Kinder so anzunehmen wie sie sind.

Denn wer kennt es nicht: Ja, diese Probleme fangen schon bei Kleinkindern an und werden auch im Laufe der Jahre nicht besser. Eltern werden immer auf jemanden treffen, der etwas am Kind zu „bemängeln“ hat.

Eigentlich stehen Eltern locker über so was. Aber bekommen sie etwas zu oft gesagt, können sie tatsächlich anfangen zu zweifeln. Nicht am Kind, sondern an sich selbst. Hab ich etwas falsch gemacht? Hätte ich doch mal zum Arzt gehen sollen?

Egal ob laut oder leise, aktiv oder passiv. Jedes unserer Kinder ist ein Unikat. Warum müssen wir diese in Schubladen stecken. Immer wieder sind Kinder „zu…“ dieses kleine Wort macht so viel aus unseren Kindern und auch aus uns, als Eltern. Es gibt immer wieder Menschen die an unseren Kindern herum mäkeln… Das können Verwandte sein, der Kinderarten oder die Schule und auch wir Eltern selbst. Aber was macht dieses Verhalten, dieses ständige Bemängeln von Eigenschaften, Persönlichkeiten und Merkmalen mit einem? Was geschieht mit uns Eltern? Was mit unseren Kindern? Und wer entscheidet eigentlich was wünschenswert oder „bemängelswert ist“

Es lohnt sich genauer hinzuschauen und zu hinterfragen. Umzudenken und auch vermeintliche Schwächen neu und anders zu sehen. Es gibt Stärken neben den Schwächen und auch Stärken in den Schwächen zu sehen. Dazu gibt es einen großen ganz konkreten Teil.

Heidemarie Brosche setzt sich hier dafür ein, die Stärken zu fördern statt die Schwächen schwächen zu wollen. Sie argumentiert, dass in jeder vermeintlichen Schwäche auch eine Stärke versteckt ist. Sie veranschaulicht dies an den folgenden „Schwächen“:
1. „ZU faul, ZU bequem, ZU wenig ehrgeizig“
2. „ZU introvertiert, ZU schüchtern, ZU ängstlich, ZU ruhig, ZU ernst, ZU nachdenklich, ZU grüblerisch, ZU sensibel“
3. „ZU unkonzentriert, ZU verträumt“
4. „ZU extravertiert, ZU lebhaft, ZU geschwätzig“
5. „ZU schnell, ZU flüchtig, ZU oberflächlich“
6. „ZU langsam, ZU begriffsstutzig, ZU unpünktlich“
7. „ZU eigensinnig, ZU undiszipliniert, ZU frech, ZU aufmüpfig“
8. „ZU gewissenhaft, ZU ehrgeizig, ZU verbissen, ZU perfektionistisch“
9. „ZU aggressiv, ZU jähzornig“

In jedem dieser Bereiche wird: Die vermeintliche Schwäche, die Stärke der Schwäche und Tipps für Eltern aufgeführt. Dieser große Teil des Buches, wird mit praktischen Beispielen wunderbar erläutert und kann dadurch vielen Eltern Mut machen.

 

Wir sind überall, nur nicht bei uns: Leben im Zeitalter des Selbstverlusts*

Vor einigen Jahren galt Multi Tasking als Fähigkeit aber mittlerweile hat sich herausgestellt, dass genau diese Fähigkeit dazu führt, dass wir uns nicht mehr ganz auf eine bestimmte Sache einlassen können. Es fällt uns schwer, wirklich in den Flow zu verfallen, ohne an zig andere Dinge zu denken. Dabei geht es gar nicht nur um die großen Aktionen, nein vielmehr ist es es das Gefühl, etwas zu verpassen oder unerreichbar zu sein. Im ersten Teil des Buches beschreibt der Autor Georg Milzner, den Selbstverlust im Zeitalter der Ablenkung. Augen öffnend und erschreckend zugleich, bekommt man hier vorgeführt und wie vielen kleinen und scheinbar unbedeutenden Situationen wir uns ablenken lassen und abwesend sind. Es gibt so viele Möglichkeiten, dass man immer wieder das Gefühl hat, etwas zu verpassen.

Der zweite Teil ist für mich das Kernstück des Buches, denn es handelt von der Kompensation. Wie kann ich mich selbst optimieren? Wir entwickeln, unbewusst ein künstliches Selbst. Anstelle Stelle eines gesunden und reifen Selbst rückt das künstliches Selbst als Kompensationsmechanismus. Durch seine Präsens können vier charakteristische und Probleme entstehen

Narzissmus, Fundamentalismus, Schwarmverhalten, Funktionalismus

Der Autor erklärt welche Faktoren dabei eine Rolle spielen können, die einem reifen und ganzheitlichen Selbst im Wege stehen. Diese Infos waren für mich teilweise auch neu und deswegen sehr interessant. Während ich Elemente aus dem ersten und letzten Teil des Buches vorher schon wusste, gab es hierbei viele Aha – Erlebnisse, die mich das gesamte Verhalten besser verstehen lassen.

Im letzten Teil des Buches „Zu uns selbst zurück – Irrwege und Wege“ werden Wege aufgezeigt, die uns wieder mehr in Kontakt mit uns selbst, unseren Wünschen und Bedürfnissen bringen. Schlagwörter wie Achtsamkeit und Selbststeuerung werden benannt und auch die Grenzen hierzu aufgezeigt. In diesem Teil schlägt der Autor auch einen Bogen zur AD(H)S und versucht dabei zu erklären, warum diese „Störung“ nicht nur krank ist. Vielmehr sollte man auch umgangssprachlich darauf achten, dass die gesunden Anteile sowie Ressourcen eines komplexen Störungsbildes nicht vernachlässigt werden. Am Ende werden wir eingeladen und neu kennen zu lernen. Das ist nicht einfach und erfordert die aktive Mitarbeit. Offen und bewusst soll man mit sich in Kontakt treten, dazu zeigt er verschiedene Varianten auf.

Ein großer Gewinn des Buches ist, dass sich der Autor selbst klar positioniert und und dennoch auch weitere Vor – und Nachteile und verschiedene Methoden vorstellt. Auch nach diesem Buch wird das Smartphone mein Begleiter sein, aber dennoch habe ich einen etwas andern Blick auf mein – auch unbewusstes Verhalten. Das Buch gibt mir leicht einsetzbare Strategien im Alltag, an die Hand, um die Vielzahl medialer Möglichkeiten einzuordnen und nach meinem eigenen Entscheidungsfreiraum nutzen zu können, ohne dies unbewusst zu tun oder es zu müssen.

 

 

Eure

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wheelymum

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