Von Schimmel, Freundschaften, Röcken und ganz viel Liebe – die aktuellen Kinderbücher bei uns (Rezension)

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Es wird wieder einmal Zeit für die Vorstellung unserer aktuellen Lieblingsbücher. Neben den Sommerbüchern (der Beitrag dazu folgt noch) sind in den letzten Monaten ältere und bekannte Bücher wieder herausgekommen, aber auch neue dazugekommen. Kommt mit ins Bücherland:

 

 

Ein besonderes Buch über Freunde und genau so nennt es sich auch: Freunde *

Wir sind Freunde!

Jeder ist mit dem anderen auf seine Art und Weise beFREUNDEt.

Mal so mal so….

Die Freunde, welche man im Buch auf jeweils der rechten Bildseite sieht, sind aus Handabdrücken von Kindern gemacht. Auf der linken Seite steht immer ein kleiner Text über Freundschaft und was Freunde alles zusammen machen können. Ein wunderschönes, besonders, künstlerisches Buch, welches zum zuhören, hinschauen, ins Gespräch kommen und zum Nachahmen und nachmalen anregt. Die Idee und Umsetzung zu diesem Bilderbuch entstand in einem Sonderpädagogischen Förderzentrum. Freundschaft ist immer ein Thema und die Handabdrücke sind eine einfache und doch sehr individuelle Möglichkeit, sich künstlerisch auszudrücken. Bei Minedition erschienen.

 

 

 

Schimmel ist etwas ekliges. Im neuen Sach – Bilderbuch vom Tyrolia – Verlag geht es genau um dieses Thema: Susi Schimmel *

Genau wie bei Willi Virus oder Gerda Gelse wird hier ein Sachthema in einer Bilderbuchform verpackt. Viel Wissen über Schimmelpilze, verfaulen und vergammeln. Susi, nimmt einen persönlich mit durch das Buch. Sie erklärt wozu sie gut ist, was sie zum Leben braucht und welche Aufträge sie hat. Von Lebensmitteln, über Räume bis zum ursprünglichen Einsatzgebiet der Natur, wird alles genau erklärt. Susi schwärmt von ihrem Leben. Den wunderbaren Farben, mit denen sie Lebensmittel und Wände überzieht, schimpft über ihre ruhmsüchtigen Verwandten, die bei der Erzeugung von edlem Käse und Penicillin mithelfen, und berichtet von großen Errungenschaften.
Ein tolles Bilderbuch für Kinder die sich hierfür interessieren, Familien die Probleme mit Schimmel haben oder einfach alle, die etwas Sachwissen auf spielerische Weise erlernen möchten.

 

 

 

Ein Buch über Zuneigung, Geborgenheit, Elternsein und Liebe und einer ganz einfachen Antwort. Dieses Buch wurde mit dem Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2018 ausgezeichnet.
Duhuu? Hast du mich lieb?

“Duhuu? Hast du mich lieb”, fragt das Kind. Die Antwort sind zwei Buchstaben: “JA.”

„Doch was ist, wenn ich groß werde, so groß, dass ich meine Zehen aus den Schuhen strecken muss, weil mich meine Schuhe zwicken? Und du mir neue Schuhe kaufen musst?“

Fragt das Kind. Die Antwort bleibt ein einfaches, klares und starkes ja. Und ganz gleich welche Frage es stellt, es erhält es eine liebevolle, bedingungslose Antwort: “Ja”. Durch diese bedingungslose Liebe traut sich das Kind im Buch seinen Gedanken freien Lauf zu lassen und stellt weitere Szenarien auf. Auf diese Art und Weise geht um die Frage, ob Liebe tatsächlich an keinerlei Bedingungen und Erwartungen geknüpft ist. Spannende Fragen und immer die einfache Antwort: “Ja.”

So unscheinbar wie dieses Buch auch aussehen mag, es ist ein Schatz. Für mich sind die Bilder chaotisch, aber Junior mag sie. Doch noch viel wichtiger ist der Text und die Botschaft: Egal, was auch passiert, wohin du auch gehst, ich habe dich Lieb. Immer. Immer und immer. Gleichzeitig ist es ein wunderschöner Gesprächseinstieg für die Kinder, selbst zu phantasieren und zu träumen.

 

 

Ein Bilderbuch in dem man selbst etwas mitarbeiten kann, ist Igel Ignatz und das Möp* vom Arena Verlag.

Plötzlich klopft es an einem Abend bei Igel Ignatz an der Haustüre und ein Ei liegt vor seiner Tür. In diesem Moment beginnt aus dem Ei etwas zu schlüpfen. Ignatz weiß nicht, was es ist und auch das Tier selbst, kann nicht sagen, was es eigentlich ist – und sagt nur Möp. Ignatz und das Möp machen sich auf die Suche nach den Eltern – lernen dabei viele andere Tiere kennen und müssen immer wieder durch Labyrinthe den richtigen Weg finden, um auf die nächste Buchseite zu gelangen. Auf der letzten Seite findet man die Lösungen der 5 Rätsel.

Diese Mischung zwischen, aktiv sein, sich konzentrieren, der ständigen Wiederholung und das Möp macht: „möp“, macht das Buch zum aktuellen Lieblingsbuch von Junior. So entsteht keine Langeweile. Der Autor ist gleichzeitig der Illustrator des Buches und die teilweise doppelseitigen Bebilderungen sind voller liebenswerter Details, sodass man das Buch auch mehrfach mit immer neuen Entdeckungen durchlesen kann und keine Langeweile entsteht.

 

 

Und dann gibt es noch ein Buch, welches so wichtig ist. Ein Buch welches in jedes Kinderzimmer und erst recht in jeden Kindergarten gehört. Der Junge im Rock*

Denn Felix mag Röcke. Er zieht sie gerne an, besonders die weiten, die gut fliegen können. Zuerst zieht er die Kleider seiner Schwester an und dann darf er sich mit Mama im Kaufhaus einen kaufen. Die Verkäuferin ist zunächst begeistert, aber als sie erfährt, dass es sich hier um einen Jungen handelt, findet sie es furchtbar. Auch im neuen Kindergarten wird Felix gemobbt und darf nicht mehr mitspielen. Sein Papa, zieht auch einen Rock an und so gehen die beiden los. Denn jeder sollte tragen dürfen was ihm gefällt.

„Ist das nicht unfair? Ich möchte anziehen dürfen, was mir gefällt und das sind eben Röcke und Kleider.“

„Warum?“

Felix Augen leuchten.

„Weil ich im Rock viel besser springen und klettern kann. Nichts stört und zwickt an den Beinen.“ Und Felix lässt den Rock fliegen.

Unaufgeregt, wird dieses so wichtige Thema endlich offen angesprochen. Jedes Kind, jeder Mensch soll so leben dürfen, wie er möchte. Ohne rosa – hellblau Falle. Ein einfaches und wichtiges Buch gegen Vorurteile und Toleranz.

 

Ich habe noch einen Nachtrag für euch zum Thema Geschwisterbücher. Denn uns erreichte ein wunderschönes Buch von Beltz und Geldberg. Du da drinnen und ich hier draußen*

Das kleine handliche Pappbuch spricht direkt das Geschwisterkind an. Mit echten Fotos und kann man auf jeder Doppelseite, Aktionen finden zum ausprobieren und erforschen und dadurch ganz aktiv einen Bezug zum Baby im Bauch und der Schwangerschaft herstellen. So wird zum Beispiel das Thema hören, folgendermaßen erklärt:

Veranstalte ein Geräuschkonzert. Dein Händeklatschen ist Mamas Herzschlag. Eine weiche Bürste, die du über ein Kissen streichst hört sich an wie das Rauschen von Mamas Blut……

So können die Geschwisterkinder aktiv miteinbezogen werden und einen Bezug zur Schwangerschaft und dem Baby herstellen. Dazu die ansprechenden Fotos und die Haptik, machen dieses Buch zu einem wundervollen Geschenk für die werdenden Geschwister.

 

 

Zum Einschlafen lesen wir gerade gerne die Geschichte: Die kleine Elfe kann nicht schlafen*

aus dem Urachhaus Verlag. Die weichen und zarten Bilder, entführen uns gleich ins Land der Träume. Die Geschichte der kleinen Elfe Flirr. Daniela Drescher nimmt uns wieder mit in die Zauberwelt und es ist so schön mit ihr hier einzutauchen. Wenig Text, dafür mehr Raum für Phantasie, eigene Vorstellungen und Träume. Denn auch unsere Flirr kann am Ende träumen – von der Sommernacht und ihren Erlebnissen. Ich mag die Gute Nachtgeschichte mit wenig Text, denn all zu lange möchte ich hier nicht mehr vorlesen. Eher das Ritual nutzen um herunter zu kommen und den Weg ebenen für eine ruhige Nacht. Aber auch am Tag, kann man diese Bilder genau betrachten und so nach ganz spielerisch etwas mehr über den Wald in der Nacht erfahren.

 

 

Was lest ihr gerade  gerne – weitere Tipps? Bitte immer her damit.

 

 

Eure

wheelymum

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1 Kommentar

  1. Lydiaswelt

    Kinderbücher sind für blinde Eltern ein Problemthema. Die Auswahl an Büchern in Braille ist gering, und die Kosten um ein vielfaches höher als für ein normales Buch. Ich kenne Eltern, die sich Bücher selbst beschriftet haben. Ich habe stattdessen meinen Kindern Geschichten erzählt, und das Vorlesen sehenden Personen überlassen.

    Antworten

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