Kleine Behindernisse 5 – Der Aufzug beim Arzt

Wir waren krank. Alle. Und als wenn das nicht nervig und auch anstrengend genug wäre, mussten wir zum Arzt. Juniors Arzt ist barrierefrei. Das ist super. Aber leider nicht selbstverständlich.

 

Ich musste zu einem anderen Arzt. Das bedeutet für mich: Zig Telefonate führen, bis ich zunächst einen Arzt gefunden habe, zu dem ich zumindest in die Praxis kommen kann. Nur weil ein Aufzug vorhanden ist, ist die Praxis noch lange nicht barrierefrei (aber das ist ein anderes Thema). Wie schweirig das beim Zahnarzt war, habe ich hier einmal aufgeschrieben.

Ich war glücklich einen Arzt im nähren Umkreis gefunden zu haben.

 

O – Ton am Telefon:

„ Wir sind in der ersten Etage, haben aber einen separaten kleinen Aufzug.“

 

Wir haben einen Babysitter für das kranke Kind organisiert und sind zur Arztpraxis gefahren. Vor der Praxis gab es keine Parkplätze. So half mir der Herzmann beim Aussteigen und suchte einen Parkplatz. Ich meinte zu ihm, ich melde mich, wenn ich fertig bin.

Die 20 Meter zur Praxis waren barrierefrei. Die Eingangstür konnte ich öffnen. Rechts daneben war der Fahrstuhl. Dieser konnte aber nur mit einem Schlüssel aus der Praxis bedient werden. Das sagte mir vorher niemand. Vor mir war die Treppe mit 6 Treppenstufen. Hinter mir die Tür. Der Wendekreis war zu klein um an dieser Stelle zu drehen. Ich saß hier – alleine zwischen Treppe und Fahrstuhl. Niemand kam. Ich habe gerufen, aber die Abschlusstür zur Praxis ist wohl gut gedämmt. Ich nahm mein Handy heraus und rief in der Praxis an – Warteschleife.

 

Also rief ich den Herzmann an und habe ihn gebeten zu kommen. Er kam und ging die Treppenstufen nach oben. Öffnete die Tür zur Praxis und sagte an der Anmeldung beschied, dass wir den Fahrstuhlschlüssel benötigen.

Als ich die Mitarbeiter auf dieses ungünstige, umständliche und auch behindernde Vorgehen ansprach, bekam ich als erste Antwort: „Warum kommt ein Rollstuhlfahrer auch ohne Begleitung?“ Ich dachte ich muss explodieren.

Es gibt keine Klingel und beim Fahrstuhl mit der man Bescheid geben kann, dass man da ist. Und die Klingel vor der eigentlichen Haustüre ist wahrend der Praxiszeiten ausgeschaltet.

Tja, man solle dann eben etwas Geduld mitbringen und entweder versuchen telefonisch durchzukommen um sich anzumelden oder warten bis ein andere Patient in die Praxis kommt oder diese verlässt.

 

Barrierefreiheit. Tja – so eben nicht.

 

Eure

wheelymum

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4 Kommentare

  1. Lydiaswelt

    Eine absolute Unverschämtheit und ein Fall für ein Bewertungsportal für Arztpraxen.

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  2. Dorena

    …wäre ich auch innerlich in die Luft gegangen….

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  3. EsistJuli

    Das ist doch echt unmöglich! Ich finde es immer wieder krass, wie manche Menschen auf konstruktive Kritik reagieren. Haben die das echt so gelernt?! Echt keine gute Kinderstube…
    ich ärgere mich da immer besonders; ich arbeite im Verkauf und lass mir schon ziemlich viel von Kunden gefallen und bin immer freundlich und versuche Lösungen zu finden. Und wenn man dann mal selbst irgendwo “Kunde” ist, kriegt man sowas an den Kopf geschmissen! Da werde ich dann auch richtig böse 😀
    Tut mir wirklich Leid, liebe Wheelymum! Die Situation war echt blöd!

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    1. wheelymum (Beitrag Autor)

      Ja. Ich hatte das Gefühl sie sieht es nicht als konstruktivge Kritik, sondern ihr weltbild ist echt so eingeschränkt. Leider. Aber ich bewundere Menschen wie dich, denn manchmal denke ich auch beim einkaufen – was nehmen sich diese “Kunden” heraus?

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