Weltfrauentag: Frauen mit Behinderungen

Es ist der 8. März. Der Tag an dem Frauen Blumen bekommen oder beglückwünscht werden. Welch ein Bullshit. Eine Farce.

Frauen brauchen keine Blumen heute, Wir brauchen noch immer echte Gleichberechtigung. Während die Corona – Pandemie noch so viel mehr Punkte offen gelegt hat, woran es noch immer fehlt, gilt es das endlich in Angriff zu nehmen.

Noch gravierender zeigt sich die Lage von Frauen mit Behinderungen. Diese sind oft mehrfach marginalisiert. Frauen mit Behinderungen müssen gesehen und gehört werden, sie sollen mitentscheiden. In Deutschland leben ca. 5 Millionen Frauen mit Behinderungen in Privathaushalten und rund 80 000 in stationären Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe.

Das sind ca.12 Prozent der weiblichen Bevölkerung in Deutschland. Ich bin eine davon. Diese Frauen sind oft mehrfacher Diskriminierung ausgesetzt: Sie werden nicht nur aufgrund ihrer Beeinträchtigung, sondern auch aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt.

Schon beim Übergang von der Schule in den Beruf sind Frauen und Mädchen mit Behinderung benachteiligt. Laut einer Studie der Aktion Mensch aus 2021 verlassen im Vergleich zu Jungen doppelt so häufig Mädchen die Schule ohne Abschluss. Mädchen mit Behinderung bekommen seltener einen Ausbildungsplatz als Jungen mit Behinderung. Auch an Förder-Maßnahmen nehmen weniger junge Frauen mit Behinderung teil. Zum Beispiel an einem berufsvorbereitenden Jahr. Dadurch starten junge Frauen mit Behinderung schon schlechter ins Berufsleben. Hinzu kommt die Benachteiligung durch die Behinderung. Denn Menschen mit Behinderung sind häufiger arbeitslos als Menschen ohne Behinderung.

In Artikel 6 Absatz 1 der UN-Behindertenrechtskonvention wird anerkannt, dass Frauen und Mädchen mit Behinderungen mehrfachen Diskriminierungen ausgesetzt sind. Es ist also bekannt und dennoch tut sich in diesem Bereich zu wenig. Umso wichtiger ist es, immer wieder darauf aufmerksam zu machen. Die Vorschrift des Artikel 6 der UN-Behindertenrechtskonvention dient dazu, die Aufmerksamkeit auf diese spezifische Benachteiligung zu richten und ihr entsprechend entgegenzuwirken.


Frauen mit Behinderung sind auf dem Arbeitsmarkt doppelt benachteiligt: als Frau und als Mensch mit Behinderung. Diese doppelte Benachteiligung ist noch immer nicht allgemein anerkannt. Eine Studie der Aktion Mensch (aus dem Jahr 2021) zeigt, dass Frauen mit Behinderung:

  • weniger verdienen,
  • seltener Vollzeit arbeiten,
  • seltener in einer Führungsposition
  • insgesamt häufiger arbeitslos sind.

Hier kommt ihr zur Studie: Frauen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt

Kommen weitere Merkmale – wie etwa eine Fluchterfahrung oder eine starke Armutsbetroffenheit – hinzu, so verstärkt sich das Risiko in verschiedenen Lebensbereichen Benachteiligungen zu erfahren.

Artikel 6 der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) verpflichtet staatliche Stellen dazu, gezielte Maßnahmen zu treffen, um Frauen mit Behinderungen zu ermöglichen, ihre Rechte gleichberechtigt mit anderen genießen zu können. Dazu gehört auch die Stärkung der Autonomie und das Empowerment von Frauen mit Behinderungen. Die Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention sieht den dringlichen Handlungsbedarf, die Rechte von Frauen und Mädchen mit Behinderungen in Deutschland besser zu schützen und gegen Mehrfachdiskriminierung vorzugehen.

Artikel 6 UN-BRK

(1) Die Vertragsstaaten anerkennen, dass Frauen und Mädchen mit Behinderungen mehrfacher Diskriminierung ausgesetzt sind, und ergreifen in dieser Hinsicht Maßnahmen, um zu gewährleisten, dass sie alle Menschenrechte und Grundfreiheiten voll und gleichberechtigt genießen können.

(2) Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Maßnahmen zur Sicherung der vollen Entfaltung, der Förderung und der Stärkung der Autonomie der Frauen, um zu garantieren, dass sie die in diesem Übereinkommen genannten Menschenrechte und Grundfreiheiten ausüben und genießen können.“

 

Frauen mit Behinderungen müssen in der Wirtschaft, in der Politik und in der Wissenschaft besser vertreten sein. Wir können es uns nicht leisten, auf deren Expertise zu verzichten.

Doch es geht nicht nur um die Arbeitsweilt. Auch im gesellschaftlichen und sozialen Leben herrscht noch immer keine Gleichberechtigung.

Außerdem sind Frauen mit Behinderung noch häufiger von Gewalt betroffen. Dazu habe ich bereits im letzten Jahr etwas geschrieben.

Und auch Frauen mit Behinderungen haben einen Mental Load. Auch auf viele von uns trifft das Bild mit der Handtasche zu. 

Ein Mann steht mit einer Handtasche auf der Bühne Da neben steht ein Text: Die  Handtasche. Sinngemäß ist es so, dass die Frau in die Handtasche alles einpackt, noch Taschentücher und vielleicht noch etwas um anderen auszuhelfen und der Mann, keine Tasche mitnimmt. Er braucht nur sein Handy, Geldbeutel und Schlüssel. Vielleicht kann er davon noch etwas in die Tasche der Frau legen.

 

 

Echte Gleichberechtigung in allen Bereichen ist noch immer weit entfernt. Wer sich hier noch weiter einlesen möchte dem empfehle ich diesen Link:

Information: Rechte von Frauen und Mädchen mit Behinderungen (institut-fuer-menschenrechte.de)

Wir brauchen Feminismus. Wir müssen laut und unbequem bleiben. Echte Gleichberechtigung und unbequeme Wahrheiten dürfen nicht als Periodenphase abgetan werden. Wir brauchen Gynäkologen und andere Fachärzte, die für Frauen mit Behinderungen zugänglich sind. Wir brauchen Frauenhäuser die Frauen mit Behinderungen aufnehmen können. Wir brauchen eine Gleichberechtigung.

 

Eure

wheelymum

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