Wie kann Inklusion gelingen? Ein praktisches Beispiel

Man braucht nicht immer große Programme, damit das Totschlagargument Inklusion funktionieren kann. Natürlich sind die Rahmenbedingungen wichtig und nicht zu unterschätzen. Aber die eigentliche Frage ist doch: Was braucht man, jeder Mensch oder jedes Kind, damit man ein Teil der Gesellschaft sein kann. Man muss Lösungen suchen, anstatt Problemen und ganz wichtig, sich manchmal einfach trauen.

 

Ein wunderbares lebendiges Beispiel hatten wir im Mai im Nachbarort. In der dortigen Schule gibt es Außenklassen einer Schule für Körperbehinderte Kinder und einer Schule für Kinder mit einer geistigen Beeinträchtigung. Die sogenannten Außenklasssen sind eine Kombination. Die Schüler sind zwar in einer seperaten Klasse, aber dennoch ist es ein großer Unterschied zu einer Sonderschule. Denn hier gibt es tägliche und regelmäßige Kontaktpunkte mit den Kindern der Grund – und Hauptschule. Und so hatten alle Kinder gemeinsam eine Zirkus – Projektwoche mit einer großen Abschlussvorführung.

 

Durch Zufall haben wir von der öffentlichen Zirkusvorstellung erfahren und haben diese besucht. Was uns dort erwartet hat, hat all unsere Vorstellungen übertroffen.

 

Die Kinder und Jugendlichen konnten sich montags für verschiedene Bereiche entscheiden und dann wurde ein Programm eingeübt. Dabei werden so viele unterschiedliche Themen und Bereiche angesprochen, dass sich jedes Kind nach seinen Neigungen und Wünschen zu einem Teil des großen Ganzen wird. Ganz gleich ob Feuerspucker, Clown oder Techniker. Jeder ist wichtig und jeder hat eine Aufgabe. Dadurch werden nicht nur die eigenen Stärken gestärkt, sondern auch das Körperbewusstsein, Konzentration, Durchhalten, die Wahrnehmung und vieles mehr können verbessert und vertieft werden. Und das Miteinander steht im Vordergrund. Jeder ist wichtig. Jeder ist ein Teil des ganzen. Ganz gleich wo die eigenen Stärken liegen.

Durch die unterschiedliche Mischung der Gruppen nach Neigungen, entstehen auch für später wertvolle Kontakte – altersübergreifend und inklusiv.

Denn genauso kann Inklusion funktionieren. Jeder schaut auf seine Stärken und man unterstützt sich gegenseitig. Geht nicht, gibt es nicht. Denn:

Ein Kind ist wie ein Schmetterling im Wind.

Manche fliegen höher als andere,

aber jeder fliegt so gut er kann.

Sie fliegen nicht um die Wette,

denn jeder Schmetterling ist einzigartig,

anders und speziell und

jeder Schmetterling ist wunderschön.

 

Bei der Zirkusvorstellung war das Fotografieren verboten. Aber ein lieber Bekannter, der selbst Fotograf ist und seine Tochter, diese Schule besucht, hat mir einige Bilder zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank dafür, Björn.

Begrüßung im Zirkuszelt Fotograf: Björn Vilcens https://hei-tiki.de/

Üben, üben, üben…                   Fotograf: Björn Vilcens https://hei-tiki.de/

Gleich gehts los. Die Aufregung steigt. Fotograf: Björn Vilcens https://hei-tiki.de/

Wir lassen uns verzaubern Fotograf: Björn Vilcens https://hei-tiki.de/

Ein Clown darf nicht fehlen Fotograf: Björn Vilcens https://hei-tiki.de/

Projektgruppe Feuer
Fotograf: Björn Vilcens https://hei-tiki.de/

Gleichgewicht halten und los geht es über den Schwebebalken                        Fotograf: Björn Vilcens https://hei-tiki.de/

Fotograf: Björn Vilcens https://hei-tiki.de/

Jeder auf seine Art            Fotograf: Björn Vilcens https://hei-tiki.de/

Fotograf: Björn Vilcens https://hei-tiki.de/

 

Wir haben gelacht und uns gefreut. Die Augen der Kinder, Eltern und Besucher strahlten. Es gab standing ovations und es war einfach wundervoll. Wenn ihr die Chance habt solch ein Projekt für eure Schule zu bekommen, bitte macht das. Inklusion ist mehr als nur diese Zirkuswoche. Es ist das man den anderen so annimmt, wie er ist und wertschätzt.

 

Auf den Bildern erkennt man kaum Gesichter. Das hat datenschutzrechtliche Hintergründe. Ich bin mir sicher, sie können dennoch einen wundervollen Eindruck der Stimmung vermitteln. Denn eins ist sicher. Gelungene Inklusion und Zirkusfeeling passen wunderbar zusammen.

 

Hier kommt ihr zur Homepage des Fotografen. Und auf alle Fälle ist dieser Beitrag ein Teil von mittwochs mag ich.

 

Eure

 

 

 

 

 

wheelymum

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3 Kommentare

  1. Lydiaswelt

    Inklusion sollte vor allem auf Augenhöhe stattfinden. Ganz wichtig finde ich dabei die Suche nach Gemeinsamkeiten anstatt die Unterschiede hervorzuheben.

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  2. Timo

    Darf ich fragen, was das für eine Circustruppe war? Ich war vor vielen Jahren selbst mal teamer beim Circus Zappzarrapp, einer “Firma” die mit damals schon 4 Zelten in ganz Europa solche Ciruswocheb angeboten haben. Seitdem bin ich selbst mir dem Circusvirus infiziert. Mittlerweile darf ich ab und an meine ganz fantastische Freunde von nicole-et-martin.ch auf Tournee begleiten.

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    1. wheelymum (Beitrag Autor)

      Lieber Timo,
      das war eine Zirkusgruppe aus Freiburg. Das was du machst hört sich toll an. Ich kann voll und ganz verstehen, wenn man dieser Sucht verfällt. Liebe Grüße Wheelymum

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