Kann ich als Mensch mit Behinderung Pflegeeltern werden?

Eltern mit Behinderungen

Eine Frage, die immer wieder in meinem Postfach landet ist diese: Kann ich als Mensch mit Behinderung Pflegeeltern werden?

Leider habe ich dazu gar keine Erfahrungen, aber Svenja. Svenja kämpft seit vielen Jahren dafür, dass sie Pflegemutter werden kann. Nun wurde auch das Fernsehen auf sie aufmerksam. Das möchte ich gerne mit euch teilen:

 

Mein Name ist Svenja Steinke. Ich bin 35 Jahre alt, lebe in Berlin und bin dem Personenkreis der Menschen mit Behinderung zugehörig. Derzeit kämpfe ich dafür, als Pflegemutter beim für mich zuständigen Jugendamt anerkannt zu werden, nachdem ich auf unterschiedlichen Wegen versucht habe, Verantwortung für ein Kind zu übernehmen. Ich lebe selbstbestimmt in meiner eigenen Wohnung und beschäftige als Arbeitgeberin sechs Assistent*innen, die mich abwechselnd rund um die Uhr im Alltag unterstützen.

Das Thema Elternschaft von Menschen mit Behinderung wird nach wie vor in weiten Teilen unserer Gesellschaft kontrovers diskutiert. Ein Aspekt hierbei ist die Anerkennung als Pflegeelter(n) durch das Jugendamt. Welche Steine mir dabei in den Weg gelegt werden und welche Diskriminierung ich von verschiedenen Stellen erfahre, wird in der Reportage deutlich. Der Beitrag, welcher verschiedene Perspektiven beleuchtet, ist in der ZDF-Mediathek unter folgendem Link zu sehen:


https://www.zdf.de/gesellschaft/einfach-mensch/einfach-mensch-vom-24-september-2022-100.html

Bedauerlicherweise ist es in unserer Gesellschaft immer noch nicht selbstverständlich, dass Menschen, die in ihrem Alltag auf Assistenz zurückgreifen, eine selbstbestimmte und kompetente (Pflege-)Elternschaft zugetraut wird.

Als Mensch mit Behinderung bin ich u.a. aufgrund meines Kinderwunsches alltäglich mit Diskriminierung und Zurückweisung konfrontiert, sei es durch Behörden, andere Institutionen, Personen des öffentlichen Lebens oder im eigenen Umfeld. Ich bin der Überzeugung, dass es wichtig ist, auch hier die eigenen Vorurteile zu überdenken bzw. sie (weiter) kritisch zu hinterfragen. Nur so schaffen wir es gemeinsam, die noch vorhandenen Barrieren in unseren Köpfen und auf institutioneller Ebene abzubauen.

 

 

Danke Svenja für deinen Einsatz und deine Offenheit. Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, schreibt mir unter wheelymum08@web.de, dann stelle ich einen Kontakt her.

Eure

wheelymum

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