Da war er, dieser Moment in dem ich von Herbst auf Winter umswitche. Innerlich und äußerlich. Manchmal braucht es gar nicht viel. Eine dicke Schneedecke vor dem Fenster, aber die gibt es bei uns so gut wie nie. Aber eine Tasse Kakao, ein bisschen Ruhe und ein Buch, das mich für ein paar Minuten an einen anderen Ort mitnimmt. Genau so hat sich „Schwedenträume und Schokoladenzauber“ von Hanna Blixt für mich angefühlt.
Hilma lebt in Stockholm und funktioniert eigentlich nur noch. Ihr Job in einer PR-Agentur nimmt immer mehr Raum ein und spätestens nach dem Tod einer Kollegin beginnt sie, sich zu fragen, ob das wirklich das Leben sein soll, das sie führen möchte. Kurzerhand kündigt sie und landet im verschneiten Leksand in Dalarna. Eigentlich möchte sie dort nur eine Auszeit nehmen und in einem kleinen Café arbeiten. Doch natürlich kommt alles ein bisschen anders.
Denn das Café steckt in Schwierigkeiten, Hilma entdeckt ihre Freude an Schokolade und Pralinen – und dann ist da noch dieser Mann, der ihr Herz schneller schlagen lässt. Was mir besonders gefallen hat: Das Buch ist mehr als eine klassische Liebesgeschichte. Zwischen Schnee, Schokolade und romantischen Momenten geht es auch um Neuanfänge, Freundschaft und die Frage, was einem im Leben eigentlich wirklich wichtig ist. Dazu kommt ein zweiter Erzählstrang, der in der Vergangenheit beginnt und sich erst nach und nach mit Hilmas Geschichte verbindet. Ich mochte diese Mischung sehr. Die Geschichte ist leicht zu lesen, ohne oberflächlich zu sein, und Leksand wird dabei fast selbst zu einer Figur. Man spürt die Kälte draußen, während es im kleinen Café immer gemütlicher wird.
Für mich ist dieses Buch genau das Richtige für einen Wintertag – ich lese im Winter nämlich tatsächlich lieber andere Gerne als im Sommer. Keine spannenden Fakten, sondern nur pures Wohlfühlen mit Happy End Garantie. In einer Decke einkuschelt und das Gefühl zu haben, für ein paar Stunden raus zu kommen aus dem Alltag– ohne tatsächlich irgendwohin fahren zu müssen.
Und wer jetzt noch ein Stück Schokolade oder die ersten Weihnachtsplätzchen, neben dem Buch liegen hat: Das halte ich ausdrücklich für eine gute Idee.
