Eltern mit Behinderungen: Es gibt Wunder Schwangerschaft und Baby – Der Kampf aus Liebe (Teil 1)

Eltern mit Behinderungen
Erinnert ihr euch an Corina und ihren Mann? Sie hat hier einen Beitrag für uns geschrieben und uns von ihrer familiären Situation erzählt. Mittlerweile hat sich hier einiges getan und ich habe Corinna um ein Update gebeten, denn es gibt großartige Neuigkeiten. Auch wenn der Weg nicht leicht war. Aber ich bin mir sicher: Es gibt Wunder!
Ich habe seit Oktober 2016 eine Magensonde zur teilweisen Ernährung. Vorher hatte ich wahrscheinlich Fehlbefruchtungen, weil der Körper zu wenig Nährstoffe hatte. Wir haben auch nachher gedacht es geht nicht mehr und deshalb wollten wir ein Pflegekind.
Falsch gedacht!
Nach beziehungsweise während des Streits mit dem Jugendamt, das uns die Pflegeelternschaft von vorn herein abgesprochen hatte, hatten wir uns damit abgefunden, dass wir niemals Kinder haben würden. Vier Wochen später begann ich mich zu übergeben. War ich schwanger? Wir machten einen Schwagerschaftstest. Ich war schwanger. In der 7. Woche bestätigten mir ein Arzt das.
Schwangerschaft im Rollstuhl
Ich habe drei Monate in der Früh erbrochen und musste deshalb stationär ins Krankenhaus. Auch das Fruchtwasser war viel. Danach kam eine kurze, schöne Zeit. 6 Wochen habe ich nicht erbrochen und konnte die Schwangerschaft genießen. Die Nackenfaltenmessung und die Fruchtwasserspiegelung haben wir
nicht gemacht. Wir wollten unser Baby in jedem Fall bekommen. Das Geschlecht war uns eine Überraschung wert.
Im 2. Trimester bekam ich Bauchschmerzen und musste ständig erbrechen. Das war etwas Anderes als Morgenübelkeit. Etwas war verletzt und schwoll an.
“Marko, das ist nicht das Baby! Die Rippe ist gebrochen.”
Ich simulierte laut der meisten Ärzte. Das Baby war gesund. Ich wurde zur Beobachtung ins Spital aufgenommen und mein Zustand verbesserte sich rasch.
Doch zu Hause begann alles von vorne, nun noch schlimmer. Wir fuhren in die Ambulanz mit wahnsinnigen Schmerzen und Ungewissheit. Doch die diensthabende Ärztin meinte lapidar: “Das Leben der Mutter ist immer wichtiger als das des ungeborenen Kindes. Kommen Sie in 6 Wochen zur Kontrolle”
Das machte uns wütend, weil jegliche Behandlung außer eines Ultraschalles verweigert wurde und die Schmerzen unerträglich wurden. Wir verlangten eine Gastroskopie weil wir ein Magenproblem vermuteten. Denn die Schmerzen waren im Sitzen immer am heftigsten. Dafür wurde uns dann ein Sozialarbeiter
geschickt, da die Ärztin nach wie vor vermutete, dass ich simuliere und mit der Situation überfordert bin.
Die Sozialarbeiterin merkte schnell, dass wir unser Leben im Griff hatten und nur wegen der Situation verzweifelt waren.
Wofür hatte ich dann gekämpft?
Zuhause setzte ich mich schräg auf die Couch, jammerte und kühlte die Schwellung. Es wurde besser. Der Magen war zwischen Rippe und Fruchtblase eingeklemmt, so unsere Vermutung. In der Schwangerschaft wollen die Ärzte eine solche Behandlung aber nicht durchführen. Ich bekam Schmerzmittel und Magenschoner.
Bei meinem nächsten Aufenthalt im Spital wurde endlich das Fruchtwasser punktiert, also ein Teil abgelassen. Danach waren der Druck und die Schmerzen schlagartig verschwunden und mit mir ging’s bergauf.
So kämpfte ich mich durch den Rest der Schwangerschaft. Der Kaiserschnitt war drei Wochen vor dem Geburtstermin geplant worden. Acht Tage zuvor wurde ich wieder wegen zu wenig Flüssigkeit und Kalorien eingeliefert. Vier Wochen vor dem Geburtstermin haben die richtigen Wehen nach der dritten Punktion
angefangen. Unser Füchschen sollte geholt werden, das war uns mehr als recht nach den letzten Monaten. Ich bekam eine Vollnarkose und einen Kaiserschnitt. Das hatten wir vorher vereinbart und es war die einzige Lösung.
Danke Corinna,
Wie die erste Zeit nach der Geburt verlief, das erfahrt ihr dann in Teil 2 in der kommenden Woche.
Eure
wheelymum

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