Dinosaurier überall – was sie mit mir machen ( In Gedenken an den kleinen Elfen)

Ein Regen – Schnupfen – Wochenende liegt hinter uns. Vieles war geplant, alles musste abgesagt werden. Also wurde es Zeit zum basteln. Herbstbasteln hatte ich mir vorgestellt.

Doch was war das?

Hier sind Dinosaurier, da eine Dinosaurierwelt und ein Dinosaurier aus Hortensien sollte auch gebastelt werden. Alles nichts neues. Keine neue Idee. Manche liegen schon lange hier rum, andere werden ständig bespielt, doch nicht so präsent wie an diesem Wochenende.

Im Bad auf dem Waschbecken steht er. Der Trizeratops schaut mich an. Mir laufen die Tränen über die Wangen.

“Dinosaurier was machst du hier? Ich ertrage das gerade nicht.”

Der Dinosaurier schaut mich schweigend an. Tief in die Augen sieht er mir. Ich fühle mich ein wenig, als sollte ich an meinem Verstand zweifeln. Ich schlucke die Tränen hinunter. Der Klos im Hals wird schwerer.

Das Januarwunder kommt zu mir. Er bräuchte JETZT – natürlich nur jetzt und sofort – eine Kiste. Ich versuche zu atmen und ihn zu fragen für was er die Kiste benötigt. Na, das sei ja wohl klar. Er hat schließlich Kastanien, Rinde, etwas Moos und ich solle mal in seine Hand schauen. In der einen hält er grüne Tücher und in der anderen einen Stegosaurus. Er braucht eine Kiste um daraus eine Dinowelt zu bauen.

Na klar, was frage ich auch noch. Das scheint a offensichtlich.

Wieder schlucke ich. Suche eine Kiste und gebe sie ihm. Er baut, holt immer mehr dazu und fragt mich ob ich mitspielen kann.

Ja, kann ich. Weil ich meine Tränen versuche zu unterdrücken. Und vor allen Dingen weil ich das Geschenk habe, dass mein Kind lebt und nun gerade Dinosaurier mit mir spielen will. Weil er Dinosaurier liebt. Ebenso wie der kleine Elf Dinosaurier geliebt hat. Der kleine Elf, der vergangen Freitag noch seinen siebten Geburtstag feierte und die Hochzeit seiner Eltern mit erlebt hat. Der kleine Elf, der schwer krank war und sich die Heirat seiner Eltern so sehr gewünscht hat. Ich denke an Lena und ihren Mann, an ihre Tochter und ihren Sohn. Ihr Sohn, der an diesem Wochenende gestorben ist.

Ich kannte diese Familie nur aus diesem Internet. Ich kenne eine Familie, die mit ihnen befreundet sind. Ich lese die Texte von Lena so gerne, weil sie es immer schafft, sichtbar zu machen, Tabus zu brechen, Worte zu finden, wenn es keine Worte gibt. Sie gab uns Einblicke in das Leben als Mama, als pflegende Mama, als Kämpferin, als Familie in einer Fernbeziehung und so vieles mehr. Das alles, ohne zu viel von den Kindern preis zu geben. In den letzten Wochen und Monaten hat sie uns an ihrer Reise teilhaben lassen. So oft über ihre Kräfte hinaus. Da sein. Aus halten. Es wurden Dinosaurier beatmet oder bekamen Infusionen. Ich liebe ihre Art über diese Dinge zu schreiben.

Das macht sie auch jetzt, nach dem Tod. Welche Möglichkeiten es gibt, wie sie Abschied nehmen.

In Liebe geborgen.

In Liebe gewachsen, begleitet, gepflegt.

In Liebe gestorben.

Liebe vom der Entstehung, bis zur Krematierung.

So ungefähr schrieb Lena in ihrer Story.

Ich weine. Die Tränen laufen mir übers Gesicht.

Das Januarwunder fragt ungeduldig: “Mama, spielst du jetzt endlich mit mir? Äh,… Warum weinst du?“

„Ja, ich komme. Ich weine, weil ich so glücklich bin, dass ich jetzt mit dir Dinosaurier spielen darf.“


P.S. Falls jemand die Familie unterstützen möchte, gibt es einen Paypal – Link. (Das soll kein Spendenaufruf sein) Hier erscheint der Name Anna Steinhuber. Das liegt daran, das Lena / Anna – Lena heißt, aber hier gerne Lena genannt wird. Den Link findet ihr auch auf ihrer Intergram seine in den Highlight unter Wishlist. 

 

Eure

 

wheelymum

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