Unser Tag 1 – des Ausnahmezustandes: Alles anders als gedacht

Tag 1

So der erste Tag ist vorbei. Und er lief so ganz anders als gedacht. Leider anders schlecht als gut. Aber wie schon geschrieben, es ist eine neue Situation und wir müssen uns daran gewöhnen. Eine Herausforderung für alle. Nach einem gemütlichen Frühstück und Spielzeit kamen die Aufgaben der Schule. Ein Wochenplan plus Ferienordner. Alleine die Menge hat Junior erschlagen. Die erste Einheit ging noch ganz gut. Danach eine lange Pause im Garten bei Sonnenschein. Ich weiß wie privilegiert das ist. Und ich frage mich gleichzeitig, wie machen das Familien ohne Garten? Hände waschen ist immer und immer wieder dabei.
Es geht weiter – als Melodie kommt hier das Löwenzahnintro. Doch es endet im Chaos. Lernideen hat Junior so viele, aber diese Arbeitsblätter abzuarbeiten entspricht so gar nicht seinem Naturell. Homeschooling hat er sich anders vorgestellt. (Ich mir auch)

Wir drehen einen Kurzfilm und dabei wird so viel unsichtbares Wissen vermittelt. Das wird leider häufig vergessen. Es passiert so viel, auch im freien Spiel. Lernen ist überall versteckt. Sogar im Tischdecken. Aber natürlich kann man das nicht so einfach überprüfen, wie auf einem Arbeitsblatt. Ich mache hier auch niemandem einen Vorwurf. Es ist für alle eine neue Situation, niemand hatte so etwas bereits oder hat so etwas gelernt. Hier steht auf dem Elternbrief, dass der Stoff zu Hause bearbeitet werden muss – we will see.

Dazwischen folgen weitere Einschränkungen. Der Pflegedienst sagt ab, auf Grund mangelnder Kapazitäten und nicht zwingend notwendige Therapien pausieren, um die Ansteckungsgefahr weiter zu minimieren.

Zum Mittagessen gibt es Reste und danach eine lange Pause. Wir überlegen was wir anders gestalten können und entscheiden uns, einen neuen Arbeitsplatz gemütlich einzurichten. Dazu muss zunächst aufgeräumt werden. Es folgt die nächste Herausforderung, die wir leider alle nicht so ruhig bewältigen, wie es sinnvoll wäre. Meine Nerven liegen blank. Das überträgt sich natürlich. Ich weiß, es sollte anders sein. Ist es aber gerade nicht. Das Januarwunder hat so gut wie nicht geschlafen, in den Läden gibt es keine Milch mehr und ein paar Kilometer weiter kostet das Klopapier 12 Euro.

Zum Abendessen gibt es Reis mit Pilzsoße. Ein Teller Reis landet komplett auf dem Boden und auch sonst merken wir alle, es muss sich etwas ändern. Wir reden noch und überlegen wie wir das am nächsten Tag gestalten können. Druck raus nehmen!!!
Wir haben Ideen. „Aber Mama, wir wissen ja alle nicht wie das geht. Wir können es nur probieren.“

Ja, das werden wir. Wir kuscheln eine Runde und gehen alle früh schlafen. Und morgen ist ein neuer Tag – der wird besser.

Passend dazu höre ich noch diesen Podcast: https://publish.twitter.com/?query=https%3A%2F%2Ftwitter.com%2Ffraumierau%2Fstatus%2F1239624641699856386&widget=Tweet

 

Wie läuft es bei euch? Wie hat sich euer Alltag verändert?

Eure

wheelymum

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7 Kommentare

  1. Lydia

    Ich wünsche Euch, das der Tag 2 entspannter verläuft.

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    1. wheelymum (Beitrag Autor)

      Danke, wir geben unser bestes

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  2. Lena St

    Oh ich fühle mit dir. Unser erster Tag war auch chaotisch. Bis 10 Uhr habe ich ungefähr 25 Prügeleien unter den Geschwistern verhindert und unzählige Nachbarskinder an der Tür abgewiesen. Nachmittags habe ich aufgegeben und die Kinder (mit strengen Auflagen) auf die Straße gelassen. Und die Unsicherheiten koen ja auch noch dazu. Was ist okay, was nicht….
    Gestern Abend habe ich dann noch Bildchen laminiert und mit Magneten versehen. Und Magnetklebefolie an die sauteuren Türen geklebt. In der Hoffnung auf Struktur. Heute läuft es schon besser. Mal sehen wie lange. Eigentlich muss ich pro Tag 5-6 Stunden Homeoffice machen…..
    Halte durch. Es wird besser

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    1. wheelymum (Beitrag Autor)

      Es wird besser werden, ja. Die Magnete sind eine super Idee.
      Diese Mehrfachbelastung finde ich echt eine absolute Herausforderung. Du machst das wunderbar.

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      1. Lena St

        Danke. Tatsächlich hat uns der Tagesplan Struktur gegeben und die Kinder fanden es toll, alles zusammen stellen zu können.

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  3. Annett

    Es tut gut, das zu lesen. Hier läuft auch wenig wie geplant.

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    1. wheelymum (Beitrag Autor)

      JA, deswegen habe ich es auch aufgeschrieben. Ich denke wir sitzen alle im gleichen Boot.

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