Eltern mit Behinderungen: Umfrage für betroffene Personen über die Wechselwirkung zwischen der Beeinträchtigung der Eltern und ihrem Erziehungsstil

Eltern mit Behinderungen

Über Eltern mit Behinderungen wird zu wenig gesprochen. Sie sprechen häufig auch selbst zu wenig darüber. Aber wir sind da. Im vergangenen Jahr hatte ich den Aufruf #sehtuns gestartet. Aus diesem Grund  gibt es auch die Blogreihe Eltern mit Behinderungen. Und so habe ich mich sehr gefreut, als ich eine Anfrage von Studentinnen aus Vechta bekam, ob ich an einer Befragung zum Thema Erziehungsstile von Eltern mit Beeinträchtigung, teilnehmen würde.

Klar, das mache ich gerne. Denn wir brauchen mehr Öffentlichkeit. Immer und immer wieder. Was für mich interessant ist, kann aber auch für viele von euch interessant sein. Aus diesem Grund gibt es heute diesen Gastbeitrag.

 

Hallo liebe Wheelymum Community,

wir freuen uns sehr hier einen Beitrag zu unserem Projekt veröffentlichen zu dürfen. Wir suchen TeilnehmerInnen für unsere anonyme wissenschaftliche Befragung zum Oberthema Familie bezogen auf die

„Wechselwirkung zwischen der Beeinträchtigung der Eltern und ihrem Erziehungsstil“.

Bevor wir Näheres zu unserem Anliegen erläutern, möchten wir uns gerne erst einmal vorstellen.
Wir sind eine Gruppe von 3 Studentinnen, die an einem gemeinsamen Projekt im Rahmen eines Einführungsmoduls in die Methoden der empirischen Sozialforschung arbeiten.
Wir sind Christiane, Rabia und Jana und studieren im 4ten Semester Sozial-und Erziehungswissenschaften an der Universität Vechta, wo wir uns über gemeinsam besuchte Seminare kennengelernt haben.

Der Grund, weshalb wir uns für dieses Thema entschieden haben ist, dass wir einen persönlichen Bezug durch die Arbeit mit beeinträchtigten Menschen haben. Als wir mit der Recherche begonnen haben, stellten wir mit Erstaunen fest, wie wenig erforscht und wenig präsent das Thema ist.

Hierzu ein Zitat aus einer vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderten Studie im Zeitraum von September 2014 bis August 2017:

„Die Datenlage zu Lebenssituationen und Teilhabechancen von Eltern mit Beeinträchtigungen erweist sich noch immer als unzureichend“

Es wurden 42 Jugendämter, 58 Sozialämter und 45 Projekte in freier Trägerschaft nach Unterstützungsangeboten für Eltern mit Beeinträchtigung befragt, mit folgenden Ergebnissen

  • nur in 6 Jugendämtern gibt es einen speziellen Fachbereich für Eltern mit Beeinträchtigung und Kindern mit Beeinträchtigung
  • 13 Jugendämter haben einen ausschließlichen Fachbereich für Kinder mit Beeinträchtigung, ein Fachbereich ausschließlich für Eltern mit Beeinträchtigung  existiert nicht.
  • In 38 Ämtern gibt es keinen speziellen Fachbereich für die genannte Klientel
  • und ein Amt wusste es nicht.

Zu Beginn unserer Suche nach geeigneter Literatur und Daten zu unserem Projekt haben wir die oben zitierte „unzureichende Datenlage“ ebenso als erste Hürde für uns erlebt. Mit unserer Forschungsarbeit wollen wir einen kleinen Beitrag zu mehr Transparenz und Aufmerksamkeit für diesen Themenbereich schaffen.

Unsere anonymisierte wissenschaftliche Befragung umfasst folgende Themen:
• Welchen Erziehungsstil präferieren Eltern mit Beeinträchtigung?
• Gibt es Zusammenhänge zwischen der Beeinträchtigung und ihren erzieherischen Handlungen?
• Legen Eltern mit Beeinträchtigung ein besonderes Gewicht auf bestimmte Erziehungsziele?
Alle inhaltlichen Informationen werden selbstverständlich vertraulich und anonymisiert behandelt.

Unsere Befragung erfolgt mittels eines Fragebogens, der quantitativ ausgewertet und interpretiert wird.

Hierfür suchen wir freiwillige Teilnehmer und Teilnehmerinnen die beeinträchtigt sind und Kinder haben.

Die Daten werden natürlich vertraulich behandelt und anonym ausgewertet.

Wir hoffen, dass wir euer Interesse geweckt haben und mit eurer Hilfe das Projekt voranbringen können.

Hier könnt ihr euch den Fragebogen als PDF – Datei herunterladen. Es wäre super, wenn ihr ihn bis Ende Februar ausfüllt und ihn an christiane.lange@mail.uni-vechta.de sendet.Bei Fragen wendet euch auch gerne direkt an sie.

Damit der Beitrag möglichst viele Menschen erreicht, freue ich mich sehr, wenn ihr ihn verbreitet und teilt.

 

Danke für eure Hilfe

Eure

wheelymum

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7 Kommentare

  1. Christiane Lange

    Wow ich war gerade über den Link auf deiner Seite. Daher auch mein Kommentar von hier aus. Super wie du das ergänzt hast. Auch im Namen meiner Kommilitoninnen noch tausendmal Danke! Wir haben schon etliche Anfragen gemacht bei verschiedensten Stellen und es kommt kaum und wenn überhaupt eine Rückmeldung. Daher wissen wir deine Mühe wirklich zu schätzen und würden dich bei Interesse gerne weiter auf dem Laufenden halten.

    Jetzt heißt es abwarten auf die Reaktion zum Fragebogen. Drück die Daumen dass sich Teilnehmer finden.
    Bis dahin erstmal weiter viel Erfolg mit deinem Blog und wir schreiben Ok?
    LG Christiane

    Antworten
    1. wheelymum (Beitrag Autor)

      Sehr gerne – ich drücke euch die Daumen

      Antworten
  2. Lydiaswelt

    Ich hätte den Beitrag gern reblogt. Wenn es okay ist, veröffentliche ich ihn als eigenen Beitrag bei mir.

    Antworten
    1. Christiane Lange

      Hallo Lydia, ja gerne.Du kannst den Beitrag bei dir veröffentlichen

      Antworten
  3. Jakob und Jasmin

    Ich tue mir mit dieser Fragestellung sehr schwer, denn ich denke nicht, dass der Erziehungsstil mit der elterlichen Behinderung unmittelbar zu tun hat und wenn, dass müsste man meiner Meinung nach DIE KINDER fragen, ob SIE Unterschiede zu anderen KollegInnen mit nicht behinderten Eltern bemerken würden – dazu gibt es auch Literatur.
    Wenn der Erziehungsstil dennnoch zu tun hätte, wäre eine “Wie würdest du mit und OHNE Beinderung tun?” Fragestellung u. U. zielführender.

    Antworten
    1. Rita

      Ich finde die Fragestellung gut, denn ich glaube, nichtbehinderte Menschen haben viel häufiger die Vorstellung, Dinge im Leben nach ihren Wünschen planen zu können, als behinderte Menschen. Und das hat meiner Meinung nach ganz sicher einen Einfluss auf den Erziehungsstil.

      In meinem Fall hat meine Behinderung auf jeden Fall einen starken Einfluss auf meine Einstellung als Mutter, und ich bin damit sicher nicht alleine. Mir war z.B. von Anfang an, noch vor der Schwangerschaft, bewusst, dass ich keinen Anspruch auf ein “perfektes Kind” habe und weder erwarten kann, dass mein Kind nicht-behindert und gesund ist, noch, dass es bestimmte Schulleistungen oder Ähnliches erbringen muss, nur weil ich mir das so vorstelle.

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      1. Christiane Lange

        Solche und ähnliche Gedanken kamen uns bei der Erstellung unseres Fragebogens auch. Es ist spannend und bereichernd für mich. Nicht nur im Hinblick auf das Projekt sondern vor allem persönlich. Ich freue mich darüber mit Euch im Austausch zu sein

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