Corona Eltern und was wir alles versuchen aufzufangen

Wie sieht es in den Läden denn aus?

Ich dachte mir das schon mit den Plexiglasscheiben.

Aber wie kommen die Kassierer dann da rein?

Warum halten die Menschen nicht einfach Abstand und waschen ihre Hände?

Wie ist das Virus denn zu uns Menschen gekommen?

Warum muss man Mathe so umständlich rechnen?

Kann ich das Masken nähen lernen, damit (Ur)Oma und (Ur)Opa nicht krank werden?

Kann man Corona auch durch die Augen bekommen?

Warum spielen die anderen Kinder miteinander?

Wann du ins Krankenhaus musst, musst du dann sterben?

Ich bin manchmal so wütend und so laut, weil ich mich ein bisschen einsam fühle.

Ich habe keine Lust auf die blöden Arbeitsblätter.

Da mache ich mir doch lieber selbst Sachen zu lernen.

Ich kann mir Dinge viel besser merken, wenn ich die auch lernen will und nicht lernen muss.

Ich vermisse die Berge

Wenn ich Bibi Blocksberg wäre würde ich Corona einfach kaputt hexen.

Kann die Sonnenenergie nicht helfen?

Ich denke nicht, dass wir in zelten können im Sommer

Scheiß Corona

Das sind nur einige Gesprächsfetzen, die heute nach einem wirklich misslungenen und miserablen Homeschoolingtag heraus gebrochen sind. Die Welt da draußen ist fremd für unsere Kinder. Sie sind abgeschottet und isoliert. Aus Gründen. Wie lange das weiß niemand. Was macht diese Ungewissheit in dieser Situtuation mit uns allen? So viele Fragen, Gefühle, unausgesprochenes, Ängste. Dazu brechen die normalen Strukturen und Unterstützungsmöglichkeiten weg. Wir Eltern sind alleine gelassen. Weil die Witrtschaft wichtiger ist. Viele Fragen, niemand hat Antworten. Ich denke niemandem von uns war in seinem alten Alltag – vor Corona – Langweilig. Jetzt kommen so viele andere Aufgaben dazu. Wenn man darüber spricht, wie anstrengend das alles ist, das man mit seinen Kräften am Ende ist, bekommt man die: Seid ihr überfordert damit, eure Kinder zu betreuen oder Das hätte man sich vielleicht früher überlegen müssen, Keule um die Ohren geworfen.

Dürfen Eltern nicht sagen, dass es zu viel ist?

Das man nicht weiß, wie man auf unbestimmte Zeit das alles schaffen soll?

Das Kinderbetreuung und Arbeit 24/7 einfach nicht gleichzeitig machbar ist?

Das man Existenzängste hat?

Das man sich mehr Austausch wünscht?

Das man die Tränen öffentlich weinen darf?

Warum sollen wir Eltern immer leise und dankbar sein?

Wie kann sich etwas ändern, wenn niemand die Probleme sichtbar macht?

Darf man sich nur beschweren, wenn man Lösungen hat?

Wie soll man denn so in einen Austausch kommen?

Unser Alltag ist wie früher. Nur anders. Weniger Termine, dafür viel mehr Aufgaben. Aufgaben in denen ich nicht geschult bin. In denen ich mich auf dünnem Eis bewege. Die Tage sind wesentlich länger, ohne dass sie mehr Stunden haben. Wie soll das auf Dauer funktionieren?

Wie soll man das alles auffangen, Sicherheitsabstand wahren und Fragen beantworten. Unsere Kinder nicht alleine lassen in dieser Zeit, für die sich doch auch alles geändert hat. Für die wir der winzigste Anker sind. Wir Familien müssen endlich gesehen werden. Als Teil unserer Gesellschaft. Als Menschen. Ja, wir haben Angst und es geht nicht um die Willkürliche Öffnung von Schulen und Kitas. Nein, ganz im Gegenteil, denn das macht ebenfalls Angst. Es ist doch vielmehr, das starre – die Eltern haben es nicht einfach, wir wissen das. Und gleichzeitig das – aber sie werden es schon hinbekommen, wie ist ihr Problem. Wir wollen gesehen und verstanden werden. Bei der Wirtschaft geht es doch auch. Hier werden Lösungen gesucht. Bei den Familien noch nicht wirklich.

Und so falle ich abends ins Bett. Trotz privilegierter Situation. Den Tränen nahe. Ich kann sie aber noch nicht heraus lassen, denn zuerst muss ich da sein und die Sorgen meines Kindes anhören. Seine Fragen, auf die ich auch keine Antworten habe.

Wenn es dann „endlich“ schläft, dann weine ich.

Leise. Oder in den Minuten in denen ich mich auf dem Klo verbarrikadiere.

 

Mareice Kaiser hat den #Coronaeltern ins Leben gerufen. Damit wir Familien sichtbarer werden. Wie geht es euch in dieser Situation? Habt ihr vielleicht auch Lösungsideen? Vörschläge über die man reden könnte?

 

Eure

wheelymum

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3 Kommentare

  1. Caro

    Dein Beitrag trifft mich mitten ins Herz. Danke und alles Gute für euch
    Lg Caro

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  2. Anna

    Oh ja, danke. Ja, auch wir sind irgendwie noch sehr privilegiert. Und nein, auch wir schaffen es nicht ohne dass es immer schlimmer wird und ich manchmal nur weinend zusammenbreche.
    Lg

    Antworten
    1. wheelymum (Beitrag Autor)

      Ich fühle so mit dir.

      Antworten

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