Blogreihe Eltern mit Behinderung: Mein Leben nach einem Fenstersturz

Eltern mit Behinderungen

Ein neuer und sehr bewegender Gastbeitrag in der Blogreihe Eltern mit Behinderungen. Gabriele sitzt seit über 30 Jahren im Rollstuhl, ist Mama von Erwachsenen Kindern und Oma. Lest selbst

 

Ich bin jetzt 54 Jahre und sitze seit Juli 1984 im Rollstuhl. Warum?

Es gab damals einen Fenstersturz und ich habe dabei einen kompletten Querschnitt durch eine Trümmerfraktur im 1/2 Lendenwirbel erlitten. Meinen Mann habe ich kurz vor dem Sturz kennengelernt,er war wie weitere Personen an diesem Tag anwesend,durch die Trennung von meinem damaligen Verlobten (der mit verantwortlich war für den Sturz und dafür verurteilt wurde). Nach und nach erfolgte ein näheres kennenlernen meines jetzigen Mannes (die Beziehung ist allerdings von Anfang an schwierig gewesen,was nicht wirklich mit dem Rollstuhl zu tun hat).

Einen Kinderwunsch hatte ich schon immer. Ich bin mit 3 Geschwistern aufgewachsen und wollte nie diese obligatorischen 1-2 Kinder, eher mehr. Und so bekamen wir 3 Kinder. Diese sind heute

24/27/32 Jahre alt.

Meine Umwelt reagierte damals sehr unterschiedlich auf meine Schwangerschaft.

Meine Eltern hatten Angst vor einer Verschlechterung,seine Eltern trauten es mir/uns nicht zu. Da ich selbst keine Vergleiche zu anderen hatte,ließ ich die Situation einfach auf mich zukommen.

Die erste Schwangerschaft und Geburt verlief ohne irgendwelche Schwierigkeiten. Somit war für uns klar, dass es nicht bei einem Kind bleibt. Es folgte Nr.2 auch da war die Begeisterung im Rahmen. Bei Nr.3 schwiegen mittlerweile alle, sie hatten sie gecheckt dass ich alleine klarkomme. Wir hätten uns auch noch über ein 4 tes Kind gefreut, aber es hat sich nicht mehr angekündigt.

Die Schwangerschaften verliefen komplett problemlos und ich habe alle drei Kinder in der Klinik entbunden. Unterstützung bei der Geburt selbst, ja klar die gab es. Es waren alles natürliche Geburten.

Nach den Geburten gab es aber keine Unterstützung. Ich wollte kein Einmischen und habe das so für mich entschieden. Natürlich war es eine große Veränderung,ich wusste ja absolut nicht was da so auf mich zukommt, alleine die Zeiteinteilung (wegen Darm)musste gut geplant werden.

Im Nachhinein muss ich sagen ,mein erstes Kind war wohl sehr pflegeleicht,irgendwie sehr angepasst an die Situation. Sie war sehr selbstständig, von Anfang an, ohne dass ich sie dazu genötigt habe. Das war auch später hilfreich, was die jüngeren Geschwister betroffen hat.

Die Kinder haben sich so sehr meiner Situation angepasst,dass es nie wirklich große Schwierigkeiten gab. Da mein Mann arbeitete und ich sonst ein relativ fitter Querschnitt bin ,habe ich Haushalt und Kinder immer alleine bewältigt. Mit anderen Müttern /Eltern hatte ich keine Probleme,ich bin ein offener Mensch ,wer mit mir oder meinen Kindern nicht will oder kann ,der geht mir sonst wo vorbei ,das war nie Thema.

Die schönste Zeit ,im Bezug auf meine Kinder waren und sind die Zeiten mit meinen Kindern. Meine Kinder waren sie und bleiben sie,meine Älteste hat mir 2 Enkelsöhne geschenkt ,der Kleine ist 6 der Große wurde gerade 9Jahre alt.

Wir haben recht gutes Verhältnis untereinander,ja es gibt mal Meinungsverschiedenheiten aber nix was mit meiner Behinderung zu tun hat,eher so der normale „Wahnsinn „.

wheelymum

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1 Kommentar

  1. Lydiaswelt

    Ich glaube, dass die meisten Behinderungen von außen kommen, und nicht durch die Behinderung, die man hat.

    Antworten

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