4 Tipps für ein Familienleben mit Elternassistenz

In einigen der letzten Beiträge habe ich zur Elternassistenz einiges erklärt. Ein Leben mit Elternassistenz kann den Alltag erleichtern und einen Nachteilsausgleich schaffen. Aber ein Leben mit Elternassistenz kann auch anstrengend sein. Immerhin ist eine zunächst fremde Person bei euch. Ganz nah in eurer Familie und in eurem Wohnumfeld. Damit das gut funktioniert und man sowohl als Familie als auch als Assistenzkraft gut miteinander arbeiten kann und es für beide Seiten bereichernd ist – ist Vertrauen das oberste Gebot.

 

 

  1. Vertrauen ist die Basis der Zusammenarbeit

Eltern vertrauen der den Assistenzkräften ihre Kinder an. Aus diesem Grund geht das nur mit einer Vertrauensbasis. Sonst kann man sich nicht auf den anderen verlassen. Manchmal stimmt die Chemie einfach nicht, manchmal ist so gut, dass Freundschaften entstehen. Das ist ok. Aber bitte vergisst nie – ihr seid nicht nur Freund, sondern auch Arbeitgeber. Vielleicht gibt es auch Arbeitszeit mit einem freundschaftlichen Umgang und danach Freundezeit – ohne Arbeit für die Assistenz.

 

  1. Vertrauen in sich selbst

Wir dürfen und müssen uns immer wieder überlegen: Wie will ich als Eltern sein?

Das ist die Basis und „Profil“ von Elternschaft etwas auszuarbeiten ist in der Konstellation sehr wichtig. Denn so wie wir es vielleicht alle kennen, wenn Partner oder Familie unterschiedliche Ansätze und Sichtweisen zur Erziehung haben, oder wenn Kinder Eltern gegeneinander ausspielen, genau so kann das natürlich auch hier geschehen.

Wir Eltern mit Behinderungen sind gute Eltern für unsere Kinder. Wir dürfen, müssen und sollen in uns vertrauen. Reflexion und Austausch ist gut, aber die Entscheidungen liegen bei den Eltern.

 

  1. Klare Absprachen sind wichtig

     

Für alle Beteiligten ist das so wichtig, denn das Kind muss wissen, wer ist zuständig? Wer entscheidet. Diese Klarheit ist oft ein anstrengender Weg, doch danach macht sie alles einfacher.

Eine Mama erzählte mir:

Ich kann keine Schleifen binden – das ist ganz klar die Aufgabe der Assistenz. Aber ich kann wunderbar trösten. Das ist ganz klar meine Aufgabe und ich möchte nicht dass sie Assistenz das übernimmt. Durch diese klare Aufteilung (natürlich war es noch mehr als Schuhe binden) kam es nie zu größeren Problemen.

 

  1. Nehmt euch Zeit für Gespräche und Fortbildungen

Die Assistenz Arbeit ist eine unheimlich wichtige Arbeit. Aber es ist eine schwierige Arbeit mit vielen unterschiedlichen Herausforderungen:

  • unterstützen ohne übergriffig zu sein
  • gutes Einfühlungsvermögen
  • man muss sich zurücknehmen können
  • Stress aushalten können

und immer wieder in gemeinsame Gespräche gehen.

 

Die Aufgabe der Assistenz ist es: Mein Kind nach meinen Wünschen gut versorgen zu können. Es geht also gar nicht ohne Gespräche, Reflexionen und Zeit einander zu zuhören.

Für Assistenzkräfte gibt es keine bestimmte Ausbildung. Aber es gibt Fortbildungen und die Möglichkeiten sich mit anderen auszutauschen. Das ist unheimlich wichtig, denn diese Arbeit ist anstrengend und gleichzeitig sehr schön. 

 

Habt ihr noch Fragen zu diesem Thema? 

Eure 

wheelymum

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