Heia Walpurgisnacht – eine Rallye für die kleine Hexe

Heia Walpurgisnacht
Eine Rallye frei nach der kleinen Hexe von Otfried Preussler

 

Das Winterkind hat sich eine Hexenparty gewünscht – mit Schatzsuche. Alle Wünsche können wir nicht erfüllen, aber wir werden am Nachmittag/Abend des 30. Aprils ein paar Freunde einladen und eine Familienrallye machen. Dazu gibt es verschiedene Aufgaben und die Geschichte der kleinen Hexe.

Die kleine Hexe wohnt mit ihrem Raben Abraxas in einem Hexenhaus im Wald. Sie ist erst 127 Jahre alt, zu jung und zu klein, um mit den großen Hexen in der Walpurgisnacht auf dem Blocksberg um das große Feuer zu tanzen. Das findet sie sehr ungerecht, sie wäre so gerne bei dem Hexentanz dabei.
Deshalb beschließt sie heimlich auf ihrem Besen hinzufliegen. Sie mischt sich unbemerkt unter die tanzenden Hexen und singt aus vollem Halse: ,Heia Walpurgisnacht, heia, heia, hooo!” Zuerst bemerkt sie auch niemand, aber dann wird sie von ihrer Muhme, das ist so eine Art Patentante, Rumpumpel erwischt. Sie ist sehr streng und verrät die kleine Hexe bei der Oberhexe. Zur Strafe wird ihr der Besen weggenommen und ins Feuer geworfen. Die kleine Hexe bettelt bei der Oberhexe so lange, dass sie nächstes Jahr mittanzen lässt, bis diese nachgibt. Die kleine Hexe hat also ein Jahr Zeit eine gute Hexe zu werden, dann wird sie geprüft. Wenn sie die Prüfung besteht, darf sie mittanzen. Wütend, aber auch froh, macht sich die kleine Hexe auf den Heimweg, zu Fuß, ihr Besen wurde ja verbrannt. Drei Tage und drei Nächte muss sie laufen bis sie zuhause ankommt. Völlig erschöpft schwört sie sich, in einem Jahr besser hexen zu können, als alle Hexen zusammen.

Station 1:
Damit die kleine Hexe wieder fliegen kann, braucht sie einen neuen Besen. Helft ihr dabei, einen neuen zu bauen. Bedenkt, die Hexe ist noch klein, sie braucht keinen großen Besen. Es gibt verschiedene Stöcke. Sucht euch einen passenden aus.
Er sollte solang sein, wie ihr groß. Kommt mit dem Stock wieder zurück und wir basteln mit Reisig, Schnur und Astscheren eure Hexenbesen.

Station 2:
Steigt nun auf eure Besen und fliegt los, durch das Tor. Damit ihr euch nicht verfliegt, nehmt die Karte zur Hilfe und folgt den roten Markierungsbändern. Fliegt an der alten Eiche vorbei bis zum Feld. Dort macht es euch gemütlich hört, wie die Geschichte weitergeht.

Die kleine Hexe übt fleißig hexen, täglich sieben Stunden. Nur freitags darf sie nicht üben, da bleibt das Hexenbuch im Regal. Der Freitag ist bei den Hexen, wie bei uns der Sonntag. Man darf ausschlafen, Kuchen essen und vor allem nicht arbeiten. Das kann ganz schön langweilig sein. So langweilt sich, an einen Freitag, die kleine Hexe ganz fürchterlich. Sie sitzt vor ihrem Haus auf der Bank in der Sonne, als plötzlich zwei Kinder vor ihr stehen, ein Junge und ein Mädchen. Sie waren Pilze sammeln und haben sich verlaufen. Glücklich über den unverhofften Besuch, lädt die kleine Hexe die beiden zum Kuchenessen ein. Sie verrät ihnen, dass sie eine Hexe ist. Die beiden wollen ihr nicht glauben, da beschließt die kleine Hexe ihnen etwas vorzuhexen, obwohl es eigentlich strengstens verboten ist.
Sie schließt alle Fensterläden und legt los. Zuerst hext sie ein Meerschweinchen herbei, dann einen Hamster und eine Schildkröte. Der Ofen singt ein Liedchen und die Kochlöffel tanzen dazu. Natürlich glauben ihr die Kinder jetzt. Sie haben noch viel Spaß zusammen. Abends bringt die kleine Hexe die beiden auf den Weg in die Stadt. Als sie zum Himmel schaut schwebt eine dunkle Wolke über ihrem Haus. Wer könnte sich darin wohl versteckt haben.

Aufgabe:

Helft der kleinen Hexe dabei eine Landkarte für die Kinder zu malen. Auf der Karte soll eingezeichnet sein, wie man von der Feld, auf der ihr sitzt, zum Vogelpark kommt.

Bei der kleinen Hexe ist es Winter geworden. Um ihr Haus tobt ein Schneesturm und rüttelt an den Fensterläden. Sie sitzt an ihrem Kachelofen und strickt sich warme Socken.

Setzt euch wieder auf eure Besen und fliegt zur Station 3.

Station 3 (auf dem Weg zwischen Feld und Vogelpark)

Aufgabe:
Sucht euch einen schönen Platz auf dem Weg aus. Wie stellt ihr euch das Haus der kleinen Hexe vor? Versucht es mit Straßenkreide zu malen oder zu bauen oder zu legen. Dazu könnt ihr Naturmaterialen benutzen. Denkt auch an den Ofen und die Bank vor dem Haus, auf der sie so gerne sitzt.

Es ist immer noch Winter. Die kleine Hexe verbringt ihre Tage mit Üben und Stricken. Wenn sie es in ihrem Haus nicht mehr aushält zieht sie sich sieben Röcke an, zwei Paar Handschuhe, ein warmes Kopftuch, dicke Winterstiefel und fünf Jacken. So schwingt sie sich auf ihren Besen und schaut sich die Welt von oben an. In ihrem Wald sieht sie viele Tiere.

Geht den Weg weiter bis zur nächsten Station bei der Brücke.

Aufgabe:
Entlang des Weges sind wilde Tiere versteckt. (Diese habe ich vorher als Siluetten ausgeschnitten und angebracht.)Schleicht euch leise den Weg entlang. Macht es wie ein Jäger auf der Pirsch. Seht ihr sie alle? Versucht euch so viele wie möglich zu merken. Lasst die Tiere bitte stehen. Schaut auch auf den Bäumen nach!

Ihr seid bei der dicken Birke angekommen. Sucht euch wieder einen Platz zum Hinsetzen und hört wie die Geschichte weitergeht:

Auf einem ihrer Ausflüge sieht die kleine Hexe wie drei alte Frauen mit Rucksäcken durch den Wald stapfen. Neugierig landet sie etwas entfernt, so dass die Frauen es nicht sehen können und geht zu ihnen. „Was macht ihr denn bei dieser Kälte im Wald?” will sie wissen.
Traurig antworten ihr die drei, dass sie Holz zum Heizen sammeln wollten, aber der neue Revierförster hat sie dabei erwischt und es ihnen verboten. Er meinte das wäre wie klauen und sie sollten für das gesammelte Holz bezahlen. Da die drei alten Frauen aber sehr arm sind und kein Geld haben, müssen sie ohne Holz nachhause in ihre kalten Wohnungen gehen. Die kleine Hexe wird sehr wütend, als sie hört, wie herzlos der Förster ist. Kaum hat sie das gedacht, kommt auch schon der Förster durch den Wald getrampelt. Wutschnaubend möchte er schon wieder anfangen zu schimpfen, da murmelt die kleine Hexe einen Hexenspruch und der Förster kann plötzlich nur noch ganz liebe und freundliche Worte sagen. Er wundert sich über sich selbst, als er den Frauen sogar anbietet, dass er für sie das Holz sammeln kann und es für sie zu ihren Hütten tragen. Die drei alten Frauen staunen nicht schlecht über das Angebot und nehmen es dankbar an.

Station 4: Waldrand
Aufgabe:
Helft dem Förster beim Holz sammeln und tragen. Auch, wenn er unfreundlich ist, ist er nicht mehr der Jüngste und hat Kreuzschmerzen. Geht in den Wald und sammelt jeder so viel Holz wie er tragen kann.

Station 5: Zu Hause
Danach laufen wir nach Hause und laden das Holz bei der Feuerstelle wieder ab.
Wir entzünden das Feuer und setzten uns.

Die Geschichte von der kleinen Hexe ist noch nicht zu Ende:

Die Tage vergehen und der Frühling zieht ins Land. Die kleine Hexe hext noch viel Gutes und die große Prüfung rückt näher. Mittlerweile kann die kleine Hexe das Hexenbuch in und auswendig, so ist es auch kein Wunder, als sie endlich, am Abend vor der Walpurgisnacht, vor der Oberhexe steht und diese sie prüft, dass sie keinen Fehler macht. Überglücklich, dass sie die Hexenprüfung bestanden hat, möchte sie sich auf ihren Besen schwingen und dem Raben Abraxas Bericht erstatten. Doch da tritt die böse Muhme Rumpumpel hervor, mit einem grimmigen Grinsen im Gesicht. Ganz genau hat sie die kleine Hexe über das Jahr beobachtet und zählt all ihre guten Taten auf. Entsetzt und empört fangen alle Hexen an zu Kreischen und sich auf die kleine Hexe zu stützen. Sie zerstrubbeln ihr die Haare und wollen sie Kratzen und beißen. Langsam dämmert es der kleinen Hexe, was sie falsch gemacht hat. Ihre guten Taten sind für die Hexe schlechte Taten, deshalb ist sie aus deren Sicht eine schlechte Hexe. Eine gute Hexe ist aus Hexensicht, eine, die Menschen und Tiere ärgert und ihnen nicht hilft.Mit einem lauten Brüllen gebietet die Oberhexe dem Treiben Einhalt. Wieder hat die kleine Hexe es nicht geschafft, mit den anderen Hexen mittanzen zu dürfen. Sie bekommt sogar noch eine Strafe. Sie muss ganz alleine das Holz für das große Feuer am nächsten Abend sammeln.

Gedemütigt und sehr wütend macht sie die kleine Hexe auf den Weg nachhause. Dort angekommen, braucht sie erstmal eine Stärkung, eine ganz besondere Hexenspeise, nämlich Brennnesselpfannkuchen. Nachdem sie sich gestärkt hat, kommt ihr ein teuflischer Gedanke, wie sie sich an den Hexen rächen kann. Zufrieden geht sie schlafen und steht auch am nächsten Morgen erst spät auf, frühstückt ausgiebig, sitzt noch ein bisschen in der Sonne auf der Bank vor ihrem Haus und machte sich dann auf den Weg zum Blocksberg. Der Rabe Abraxas kapiert überhaupt nichts. Als er wissen will, was die kleine Hexe vorhat, grinst sie nur hämisch und sagt, er soll es abwarten.
Am Blocksberg angekommen, wird sie schon von den anderen Hexen erwartet. „Wo ist der Scheiterhaufen für das Hexenfeuer?” kreischen sie. Leise murmelt die kleine Hexe einen Hexenspruch und plötzlich fliegen alle Besen und Hexenbücher der anderen Hexen durch die Luft auf einen großen Haufen. Schnell wirft die kleine Hexe ein Streichholz hinein und das Feuer aus Besen und Büchern lodert bis zum Himmel. Huuuh, da heulen und fauchen die Hexen. Nun sind sie ihrer Hexenkraft beraubt und es gibt nur noch eine Hexe, nämlich
die kleine Hexe.
Und diese sitzt auf ihrem Besen und tanzt ganz alleine und überglücklich um das große Feuer. Lauthals singt sie: „Heia Walpurgisnacht, heia, heia hoooh”

 

 

Schwingt euch nun auch auf eure Besen und dreht ein paar Runden ums Feuer.

Danach kommt die letzte Aufgabe…

Aufgabe:
Brennesselpfannkuchen können wir leider nicht machen, aber wenn ihr wissen wollt, wir Kräuterpfannkuchen schmecken, dann machen wir uns jetzt an die Arbeit. Geht zur Kräuterschnecke und Schnuppert einfach mal, welche Kräuter ihr gerne in euren Pfannkuchen haben würdest. Schneidet euch ein bisschen ab und beim Feuer warte ich mit Pfannkuchenteig auf euch.

 

Anmerkungen
Diese Rallye habe ich so ähnlich selbst schon einmal gemacht und die Kinder hatten große Freude daran. Die Gegebenheiten habe ich etwas angepasst und modifiziert. Selbstverständlich kann man das ganze auch mit weniger Stationen machen – aber es zeigt – eine gute Geschichte ist zeitlos und lässt sich immer wieder neu erfinden.

Ich freue mich sehr auf dieses kleine Fest mit den Kindern.

 

Eure

wheelymum

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