Eltern mit Behinderungen: Hilfsmittel

Erstellt am 14. April 2016

Heute muss ich mich nochmals auf mein Posting von gestern beziehen. Vielen Dank für eure lieben Rückmeldungen. Was mich ärgert ist einfach, dass man immer und immer wieder um Hilfsmittel kämpfen muss. Warum eigentlich? Hilfsmittel machen einen nicht behindert, sondern sie helfen dabei mit einer Behinderung umzugehen und dadurch Behindernisse zu überwinden. Aber wie soll das funktionieren, wenn sich niemand dafür verantwortlich fühlt und jeder die Verantwortung auf einen anderen abwälzt?

Ich habe mich entschieden, heute selbst nochmal etwas zum Thema Eltern mit Behinderungen zu schreiben, denn seit dem Schreiben des Artikels und seiner Veröffentlichung, beschäftigt mich das Thema immer mehr und mir fallen so viele Beispiele ein, wo sich leider immer wieder zeigt, welch langer Weg noch vor uns liegt bis wir beim Thema Inklusion und Teilhabe angekommen sind.

 

Folgende Szenarien habe ich mir ausgemalt, wenn der Aktivrollstuhl nicht mehr bei uns wäre:

  • Junior muss dringend zum Arzt – der Papa ist nicht da. Ich muss jemand organisieren, der ihn zum Arzt bringt. Ich könnte ihn dann nicht begleiten, weil der Elktrorollstuhl platztechnisch kaum in ein Auto passt und gleichzeitig das Verladen ewig dauert. Das sind Dinge die kann ich mir nicht vorstellen!

 

  • Junior geht noch nicht in den Kindergarten. Eine Freundin von uns und ihre Tochter machen einen Ausflug in den Zoo und würden Junior und mich gerne mitnehmen. Ich selbst kann kein Auto fahren. Die beiden Kinder könnten sich mit ihren Kindern auf die Rückbank setzten und ich auf den Beifahrersitz. Leider habe ich dann aber keinen Rollstuhl der in den Kofferraum passt. Ohne Rollstuhl kann ich nicht mit in den Zoo. Sieht so Teilhabe und ein Leben mit Kindern aus?

 

  • Es ist Sommer und wir möchten als Familie an den See. Ich lasse mich in den Schatten setzen und genieße die Sonne und höre meinem Sohn beim Lachen und spielen zu. Leider wäre auch das nicht mehr möglich. Denn der See ist mit einem wunderschönen Sandstrand aufgeschüttet. Der E – Rolli kann nicht durch den Sand geschoben werden, und bleibt beim selbst fahren im Sand stecken und gräbt sich ein. Mit dem Aktivrollstuhl kann ich mit Muskelkraft durch den Sand gezogen werden.

 

  • Ab und zu gehe ich mit meinem Sohn in eine Kinderkunstschule. Ich liebe diese Sonntage, einfach hinzugehen, nichts hinzurichten und los zu künstlern. Diese Kurse finden in einer größeren Stadt statt. Die Räumlichkeiten sind in einem alten Rathaus um 4. Stock. Es ist kein Problem für mich, hinzukommen, da es hier einen Fahrstuhl gibt. Dieser hat eine Größe in den der Aktivrollstuhl und Junior genau hineinpassen. Ein Elektrorollstuhl leider nicht.

verschlossene Tür

Die hier aufgeführten Punkte sind Beispielpunkte aus meinem direkten Umfeld. Es geht hier nie in erster Linie um mich, sondern immer um meine Rolle als Mama. Auch wenn sich die Krankenkasse nicht für die Versorgung meines Kindes verantwortlich fühlt –  ohne geeignete Hilfsmittel, werde ich behindert meine Aufgaben als Mama nachzukommen. In diesen Fällen würde auch keine Elternassitenz etwas helfen. Denn ich will Dinge, die ich tuen kann, selbst tun. Als Mensch, als Frau und als Mama sowieso.

wheelymum

Share This:

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert