Mama, auf was fastest du?

Am Aschermittwoch ist alles vorbei, …

Naja hoffentlich nicht alles, aber zumindest die närrische Zeit.

Mama auf was fastet du denn?“Fragt mich mein großer Sohn und plappert im gleichen Moment aber einfach weiter. „Ich faste in diesem Jahr auf Eier und auf die Hälfte meiner Handyzeit.“

Ich stutze. Diese Handyzeit um die es so viele Diskussionen gab. Um jede Minute gefochten wurde. Jetzt will er darauf fasten?

Eigentlich fasten wir als Familie Wochenweise auf unterschiedliche Dinge. Eine Woche auf Fleisch, eine Woche auf Fernsehen, eine auf Süßigkeiten usw.

Damit ist der Verzicht spürbar aber es bleibt, gerade für Kinder, überschaubarer. Es scheint so. als sei mein Sohn nun auch in diesem Bereich aus der Kindervariante herausgewachsen und er hat für sich entschieden, dieses Jahr eine eigene Fastenroutine zu entwickeln. Aus seinem Bedürfnis heraus.

Er bemerkt mein Stocken und erklärt mir: „Ganz kann ich auf das Handy ja nicht verzichten. Immerhin sind hier auch Schulsachen darauf, oder um mich mit den Kumpels zu verabreden. Aber dafür wird mir die Hälfte der Zeit auch irgendwie reichen. Weil weißt du, dann habe ich mehr Zeit für anderes.“

Ich staune. Und bin ein wenig stolz. So oft fühlt es sich in der Erziehung an, wie wenn man alles falsch macht, all das Gerede nichts bringt und dann kommt das Kind mit solch einer Erkenntnis um die Ecke.

Wie recht er hat. Ich erinnere mich an eine Predigt im letzten Jahr: Vielleicht geht es beim fasten nicht nur um Verzicht, sondern auch darum womit ich meine Zeit bewusst verbringen will. Nachdenken auf das, was wirklich zählt.

Ja, ich werde fasten. Klassisch. Für mich stimmig. Und vielleicht finde ich auch dadurch Zeit, für etwas was ich schon lange nicht mehr gemacht habe.

Mein kleiner Sohn fastet übrigens auch – das war keine Frage für ihn. Er wird auf Brokkoli fasten. Warum ich das hier schreibe? Weil ich über ihn schmunzeln musste und es zeigt, dass hier nichts dogmatisches geschieht, sondern das jeder nach seinem Gusto machen kann und wir uns gegenseitig unterstützen. Das brokkolifastende Kind, wird sicherlich länger als die 40 Tage darauf verzichten, Bestimmt das ganze Jahr. Und wahrscheinlich noch viel länger.

 

Aber Warum fasten Menschen?

Es gibt Menschen die nutzen die Zeit vor Ostern als Fastenzeit. Dabei kann man auf vieles verzichten. Es geht oft darum auf Gewohnheiten bewusst zu verzichten und innezuhalten. Dinge zu probieren oder sich selbst zu sortieren.

Das kann muss aber nicht in einem religiösen Zusammenhang stehen.

 

Verzicht nimmt nicht. Verzicht gibt. Er gibt eine unerschöpfliche Kraft des Einfachen.“

Martin Heidegger

Auf was kann man alles fasten?

  • Essen (bestimmte Nahrungsmittel oder Heilfasten)
  • Zucker
  • Alkohol
  • Soziale Medien
  • Koffein
  • Bildschirmzeit
  • Shopping
  • Grübeln
  • Auto fahren
  • ……
wheelymum

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