Ich war hochmotoviert ein Wochenende in Bildern zu machen, doch das hat sich ziemlich schnell zerschlagen, als ich am Samstag Vormittag ausgeknockt wurde und mit ganz gräslichen Schmerzen plötzlich nichts mehr machen konnte. Zuerst habe ich geschlafen und dann haben die Schmerzmittel so gewirkt, dass ich zumindest lesen konnte – aus meinen Samstagsplänen wurde aber nichts und so wurde auch nichts, aus meinem Wochenende in Bildern. Da es aber nicht so schlecht blieb, wollte ich zumindest die 5 schönen Wochenendedinge sammeln – nicht weil ich muss, sondern weil es mir gut tut, zu sehen, was einfach doch noch möglich ist. Wahrnehmen. Festhalten. Hinschauen und hinspüren.
1. Lesen – Schmökerzeit statt Bildschirmzeit
Wie schon erwähnt, nach dem aufwachen waren meine Schmerzen besser. Ich konnte nicht aufstehen, aber das Beste daraus machen. Also habe ich mir einen Tee ans Bett bringen lassen (1000x Danke) und dann gelesen. Und ja, ich bin treulos geworden, denn ich habe gleich mehrere parallel gelesen. Einfach mal wieder richtig schmöckern – ohne E-Mails, ohne „Mama, wo ist…?“, ohne schlechtes Gewissen. Nur Buchseiten, der Tee und ich.
Der Stapel, der mich schon tagelang vorwurfsvoll anschaute, bekam endlich Aufmerksamkeit. Und ich lag da, blätterte, verschwand zwischen den Zeilen und dachte ganz leise: So fühlt sich auftanken an.

Kleine Empfehlung: öfter machen. Große Empfehlung: immer machen.
2. Handballturnier mit den Kids – laut, wild, wunderbar
Es gibt Orte, an denen die Luft gleichzeitig nach Turnhalle, Kinderlachen und ganz leicht nach Nervenkitzel riecht. Handballturnier eben.
Die Kids haben gespielt wie die Großen – mit vollem Herzen, voller Energie und einem Schweißpegel, den ich nur vom Zuschauen bekam. Es war mir wichtig dabei zu sein, denn all zu oft ist das in den Hallen mit dem Rollstuhl nicht möglich. Hier konnte ich nicht nur zuschauen, sondern direkt vom Spielfeldrand mit anfeuern.

Ich liebe diese Tage: die Spannung, das Anfeuern, das „Wir schaffen das!“, die kleinen Dramen und die großen Grinser danach. Und zwischendurch das Gefühl, dass Teamgeist etwas ist, das sich nicht erklären, sondern nur erleben lässt. Auch ich habe wieder gelernt, dass man bei Kinderturnieren nicht nur mit den Beinen, sondern vor allem mit dem Herzen mittendrin ist und bin voller Dankbarkeit ein Teil davon sein zu dürfen.
3. Herbstluft schnuppern – und eine Überraschung
Es gab diesen einen Moment. Während einer Spielpause habe ich mich nach draußen verabschiedet. Eine Pause für meinen Körper und meinen Kopf. Ich draußen, Herbstluft, ruhige Atmung, orangefarbenes Licht – fast poetisch. Der Kopf wurde klarer, der Körper ruhiger, und ich dachte: Ah, da bist du also, Ruhe, meine alte Freundin. Diese Art von Ruhe unterscheidet sich gravierend von der Art Ruhe, die ich habe, wenn ich nicht aufstehen kann. Sie ist selbstgewählt und tut so gut. Dann die Überraschung: Welch ein Ausblick.

4. Kochen – der Duft von „alles wird gut“
Ich liebe Kochen, wenn es kein „Was müssen wir heute essen?“ ist, sondern ein „Was macht uns heute glücklich?“.
Dieses Wochenende war eines dieser Genuss-Wochenenden. Am Samstag haben die Jungs gekocht und mit mir ein Bett Picknick gemacht – so schön. Am Sonntag morgen haben wir das Abendessen bereits gemeinsam vorbereitet: Gemüse schneiden, Gewürze schnuppern, hier ein Löffelchen probieren, dort noch ein bisschen improvisieren. Vorfreude auf ein Lieblingsessen am Abend. Und ich war mir nach einem vollen Tag sehr dankbar, dass wir das Morgens gemacht haben und es am Abend nur noch in den Ofen schieben mussten. Manchmal ist Planung eben doch ein Gewinn.

Kochen kann meditativ sein. Oder chaotisch. Oder alles zusammen. Hauptsache, es schmeckt nach Zuhause.
5. Sterne basteln – kleines Glitzern, große Wirkung
Und dann wurde gebastelt. Sterne natürlich. Wenn der Herbst ruft, antwortet unser Basteltisch zuverlässig. Papiersterne falten, kleben, ausschneiden. Ich liebe diese Mischung aus konzentrierter Stille und „Mamaaaa, hält das so?!“.

Am Ende hängen nun ein paar Sterne im Fenster, die unterschiedlich sind. Dafür mit Liebe und Gemeinschaft gemacht. Ein kleiner Glücksmoment für mich.
Es gab kein großes Abenteuer, keine Reise, keine Mega-Action. Nur uns, ein bisschen Herbst, ein bisschen Kleber, viel Handball und ein Stapel Bücher.
Und manchmal – vielleicht sogar meistens – sind genau diese Wochenenden die, die lange nachklingen. So warm und echt, dass man sie fast in die Jackentasche stecken möchte um immer wieder daran zu denken, wenn man den Jackenstein berührt.