Fragen die sich Behinderte (fast) täglich stellen und die anderen (vermutlich) nie in den Sinn kommen

Eltern mit Behinderungen

Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen stellen sich immer wieder Fragen. Fragen, die für ihren Alltag und ihre Abläufe relevant sind. Fragen die andere vermutlich noch nicht einmal in Betracht ziehen. Dazu gehören folgende (diese Liste kann beliebig ergänzt werden)

  • Kann ich das Café, Restaurant, Bekleidungsgeschäft, Kino, Arztpraxis, Schule, Universität, Bank als Gehbehinderte Person betreten oder nicht?
  • Gibt es dort eine Toilette für mich?
  • Kann ich als schwerhöriger oder tauber Mensch jeden Film anschauen?
  • Kann ich als blinder Mensch überall im Internet surfen?
  • Darf ich in die Gleiche Schule/Arbeitsstelle wir nicht behinderte Menschen gehen?
  • Wie komme ich von A nach B?
  • Was passiert, wenn der Aufzug ausfällt?
  • Werde ich als Behinderter Mensch auf dem Arbeitsmarkt eine Stelle finden?
  • Sieht man mich oder nur meine Behinderung?

Für viele Nichtbehinderte sind viele Sachen ganz normal. Hier liebe ich die Tweetreihe von Raul Krauthausen sehr, der manche alltägliche Situationen einfach umdreht.

 
Es geht darum, dass man sich bewusst wird, dass nicht behindert zu sein, ein Privileg ist. Ein Privileg, welches noch viele weitere Privilegien mit sich bringt:

  • Jedes Verkehrsmittel kann genutzt werden (Zug, Taxi, Fahrrad)
  • Sollte ein Bahnhofshaltestelle nicht befahrbar sein, gibt es viele weitere Möglichkeiten
  • Die Menschen um dich herum reagieren nicht auf deine Nicht – Behinderung
  • In den Medien sind Nicht Behinderte / Nicht Marginalisierte bestens präsent
  • Die Wohnungssuche mag schwierig sein. Aber es sind nicht bestimmte Voraussetzungen nötig, damit die Wohnung überhaupt erst einmal bewohnbar wäre
  • Im Alltag muss nicht jeder Schritt genau geplant werden (wo kann ich auf Toilette, wie viel kann ich trinken, usw.)

All diese Unterschiede sind nicht wegzudiskutieren. Hier beginnt die gesellschaftliche/ strukturelle Diskriminierung, weil all diese Fragen nicht mitgedacht werden. Das liegt unter anderem wieder mit daran. Dass zu wenige Menschen mit Behinderungen in die Planungen miteinbezogen werden.

Gleichzeitig bilden diese (nicht mitgedachten) Fragen auch den Nährboden für Ableismus.

Ableismus ist selten mutwillig eingesetzt und ist trotzdem verletzend und muss benannt werden. Aus diesem Grund müssen wir uns den Unterschieden bewusst sein.

 

Eure

wheelymum

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