Barrierefreiheit geht alle an

Barrierefreiheit ist so ein großes Wort. Manchmal können große Worte abschrecken. Man hat das Gefühl sie erschlagen einen und man weiß nicht wo man genau ansetzten soll. Kennt ihr die Geschichte oder den Scherz: „Wie esse ich einen Elefanten?“ genau: „Stück für Stück“ was sich hier etwas pragmatisch oder lächerlich anhören mag, ist genau so. Barrierefreiheit ist so vielfältig und gleichzeitig so wichtig, das man ganz vergisst, wo man anfangen kann.

Tanja, hat gerade in dieser Woche dazu einen Beitrag geschrieben und ich kann ihr nur zustimmen. Wie wichtig und anstrengend eine Unternehmung und oder die Vorbereitung dafür sein kann, habe ich an 2 Beispielen hier und hier bereits erläutert.

Auf der Rehacare war das natürlich anders. Klar, könnte man denken, denn hier geht es ja auch um Menschen mit Behinderungen. Das stimmt natürlich, gleichzeitig gibt es noch viel mehr Barrieren als nur den nächsten Randstein – aber glaubt mir, bereits dieser kann einen zum Verzweifeln bringen. Horst Vöge hat gesagt: Menschen mit Behinderungen haben nach wie vor große Probleme Geschäfte, Restaurants und Arztpraxen zu besuchen. Das widerspricht dem Verbot der Diskriminierung und macht die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für Betroffene teils unmöglich.“ Es gibt viele Beispiel, im Kleinen wie im Großen. Mein Dorf, darf sich seit 2 Jahren große Kreisstadt nennen. Der Bahnhof verfügt weder über einen Fahrstuhl oder einen barrierefreien Zugang noch über eine Einstiegshilfe. Somit ist er für mich nicht zugänglich. Aber auch meinen Großeltern wird damit die Bahnfahrt verwehrt, denn auch sie können die vielen Treppenstufen zum Gleis nicht mehr hoch laufen. Oder meiner Freundin mit 2 kleinen Kindern im Kinderwagen. Sie muss hoffen, das sie dort jemanden trifft ihr ihr beim hoch tragen hilft.

Von Barrierefreiheit können wir alle profitieren

 

Barrierefreiheit geht uns alle etwas an. Nicht nur, weil wir alle davon betroffen sein können, nein. Vielmehr, weil wir alle davon profitieren werden/ können.

So hat der VdK zu Beginn des Jahres eine Kampanie ins Leben gerufen: Weg mit den Barrieren. Diese beruht in erster Linie auf der gleichnamigen Internetseite….. bei der auch jeder Barrieren melden kann.

Bewusst machen wo Barrieren sind

Häufig ist es so, dass man, als “nicht Betroffene”, Barrieren überhuapt nicht sieht oder erkennt. Z.B. kann auch nicht jeder Rollstuhlfahrer in ein normales Taxi steigen. Es gibt viel, viele verscheidene Beispiele. Diese kann man auf der Internetseite angeben und so kann sich etwas verändern.

Der VDK macht unter anderem mit diesem Film darauf aufmerksam.

 

entwickelt. Ergänzt wird diese Aktion durch viele einfache und gleichzeitig beeindruckende – weil Klar – machende Plakate. Ich bin davon wirklich begeistert, weil es auf so einfache Art und Weise zeigt, das wir alle von Barrierefreiheit profitieren können.

 

Barrierfreiheit ist für alle wichtig

Barrierfreiheit ist für alle wichtig

Eltern mit Kinderwagen, Menschen mit Atemerkrankungen – die z.B. schlecht Treppen steigen können – oder die Vielzahl der älteren Menschen. Diese Zahl wird stetig steigen und gleichzeitig sind sie immer mehr auf Barrierefreiheit angewiesen, um in ihrem Alltag nicht noch weiter beeinträchtigt zu werden oder am sozialen Leben teilnehmen zu können. Oder denkt nur an die vielen Menschen die vorübergehend eingeschränkt sind z.B. nach einem Fußbruch, oder, oder, oder….

Ohne allgemeine Barrierefreiheit ist der Aufwand so groß und kostet Kraft

Es ist so verdammt schwierig alles im Vorfeld zu planen, abzusprechen, nachzufragen und dann häufig, die Aussage zu bekommen: “Ich glaube schon, aber ganz sicher bin ich mir nicht.” Oder: “Bitte rufen sie später nochmal an.” Oder keine Rückmeldung mehr zu erhalten. Dadurch bleibt vielen Menschen die Teilhabe an Dingen/Besuchen/Terminen usw. verwehrt. Der Aufwand, die Planung ist aufwändig und kostet Kraft. Kraft, die man in andere Dinge investieren könnte. (Memo an mich selbst: Bitte Beitrag schreiben über einen Ticketkauf) Manche Dinge kann man sich nicht vorstellen, wenn man sie nicht selbst erlebt hat.

Wir wollen nicht jammern, sondern aufmerksam machen

Also muss der Elefant zerlegt werden. Die Sozialhelden haben mit Wheelymap eine Art Landkarte entwickelt und der VdK zielt mit seiner Kampanie in die selbe Richtung. Auf der Rehacare konnte ich mich ausführlich darüber unterhalten und habe erfahren, das in Düsseldorf zum NRW – Tag viele dieser großen gelben Plakate aufgehängt wurden. Auch in Bayern sieht man hiervon immer mehr. Bei uns in BW leider noch nicht. Wie ist das bei euch? z.B. in Berlin? Eigentlich ist es so einfach. Für einige in unserer Gesellschaft ist Barrierefreiheit zwingend notwendig, für uns alle ist es aber nützlich und bequem. Lasst uns zusammen helfen und den Elefanten in kleinen Happen zerlegen. Dann liegt er auch nicht so schwer im Magen.

Wir wollen nicht nur auf den Mond, wir wollen auch über die Straße

Wir wollen nicht nur auf den Mond, wir wollen auch über die Straße

 

Wie gesagt, das Thema endet nicht an den Bahnhöfen und Randsteinen, es gibt noch viel mehr zu tun. Auf der Internetseite: httpss://www.weg-mit-den-barrieren.de/ gibt es noch viele weitere Infos. Mediale Barrierefreiheit ist zum Beispiel auch für viele Menschen ein großes Thema und hier muss ich mir an die eigene Nase fassen, denn auch mein Blog ist alles andere als barrierefrei. Also packen wir es an.

Eure

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wheelymum

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2 Kommentare

  1. Pingback: #BestofElternblogs im November 2016 – Die Kellerbande

  2. Pingback: Bloggeburtstag (II) viele Baustellen - Wheelymum

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