Unser Problem – eure Lösungen

geschrieben am 24 Feb. 2016

 

Wuhhhhhhhhhhhhhhhuuuuuuuuuuuuu – heute möchte ich mich bei Euch bedanken. Junior löst seine Probleme ziemlich pragmatisch. Ich hatte hier größere Probleme und Euch um Hilfe gebeten. Der Beitrag über Hilfsmittel und Bürokratie ist eingeschlagen wie eine Bombe. Euer Zuspruch und eure Ideen sind überwältigend. Gleichzeitig wurde der Artikel an die Politik und die Presse gesendet. Auch zu anderen Rollstuhl – und Kinderwagenhersteller wurde Kontakt aufgenommen. Ich möchte Euch heute die gesammelten Ideen vorstellen.

 

Eins vorweg: Diese Ideen sind alle auf eigene Gefahr hin anzuwenden. Solltet ihr mit dem Rollstuhl noch eine weitere Person transportieren  – verliert ihr euren Versicherungsschutz. Auch Umbaumaßnahmen am Rollstuhl sind offiziell nicht erlaubt.

Gleichzeitig habe ich Abgeordneten des Bundestages sowie Rollstuhlherstellern, folgende Sätze zu lesen bekommen:

Ich möchte mich kurz persönlich äußern, weil ich Ihr Anliegen berechtigt finde und Ihnen voll zustimme. Noch immer bewegen wir uns in Deutschland viel zu unflexibel, wenn es um Inklusion geht und sehen einfach nicht die Chance, die sich für uns alle darin eröffnet. Noch immer verharren wir in unserem obligatorischen „Geht nicht“ anstelle zu überlegen, wie wir es gangbar machen könnten.

Ich persönlich würde mich dennoch trotz Ihrer richtigen Bedenken wegen des Versicherungsschutzes an einer schnellen für Sie individuell praktikablen Lösung orientieren und Kontakt mit einem Erfinder aufnehmen. Aus meiner Erfahrung als langjährige Mitarbeiterin des ehemaligen Sprechers für Forschung und Technologie der grünen Bundestagfraktion weiß ich, dass das Land voll ist von seriösen Erfindern, die sich gerne neuen Herausforderungen stellen und mit den Bestimmungen des TÜVs und seinen Sicherheitsabnahmen auskennen.

MdB (Grüne)

oder

Die Problematik ist in der Tat nachvollziehbar und wird neben Ihnen auch etliche andere „wheelymums und -dads“ betreffen.
Wir haben uns diesbezüglich in Verbindung gesetzt mit der Kollegin Kerstin Tack, MdB, die von fachlicher Seite her hier zuständig ist.
Sobald wir Informationen haben, melden wir uns bei Ihnen.

MdB (SPD)

und

Ich setze mich schon seit Langem für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung ein. Auch setze ich mich dafür ein, dass die Elternassistenz fester Bestandteil des neuen Bundesteilhabegesetzes wird. Als Mitglied der zuständigen Kommission der CDU habe ich einen Vorschlag zur gesetzlich verankerten Assistenz für Eltern mit Behinderung zur Betreuung und Versorgung ihrer Kinder beim CDU-Bundesparteitag im Dezember eingebracht. Er wurde dort auch beschlossen. Mal sehen, ob die Bundessozialministerin Andrea Nahles, die für das Bundesteilhabegesetzt verantwortlich ist, den Beschluss nun aufnimmt.

MdB (CDU)

 

Weitere Ideen von Euch sind:

  • Fahrradanhänger So eine einfache Fahrradanhängerkupplung ist nicht schwierig, schwieriger eher die Versorgung. Wie kommst du an das Kind, wie den Anhänger ab,….
  • Einen Sitz für den Junior vorn dran. Vom Prinzip her ähnlich wie ein Fahrrad Sitz
  • wende dich an eine (Technische) Uni, erkläre dein Anliegen Studenten sind da noch sehr ehrgeizig.
  • In Holland gibt es Buggyboards mit Sitz
  • Ein Zweitsitz Buggypod
  • buggy bike (ein Einrad auf dem das Kind sitzt und am Babywagen festgemacht wird) siehe hier
  • Bei Ulfbo anfragen. Die bauen ganz tolle faltbare Bollerwagen. Vielleicht können die was bauen
  • Das gibt es doch – ein Cursum – Kinderwagen für den Rollstuhl. Wobei das eher für Babys ist.
  • Dann auf den Cursum etwas aufbauen z.B. ein anderer Sitz
  • Vielleicht was für carbolife -sehr engagiertes Unternehmen, dass sich auf unterschiedliche Typen von Rollstuhl Fahrern um individuelle Lösungen bemüht.
  • Der Smartbe, ein Appgesteuerter Wagen. Leider steht die Auslieferung noch in den Sternen, da es sich um ein Fundraising Projekt handelt.
  • Eine Art Maxi – Taxi
  • eine Konstruktion aus einem Einkaufwagen
  • neben dem Rolli so einen Zweitsitz wie beim Mofa anbringen
  • Wir hatten für die gleiche Problematik (selbständig bewegen aber schnell müde) ein Puky, also so ein Laufrad.
  • Ein Dreirad mit einer Schiebestange? Kann laufen oder selbst fahren oder du schiebst ihn.
  • Wenn Du das Dreirad nicht schieben kannst, als Beiwagen fest montieren? Das Dreirad bräuchte dann diese rund-rum-drehenden Räder, wie Kinderwagen, um alle Kurven mitzumachen….
  • ein NachläuferFahrrad ist nichts, weil zu beschwerlich oder zu lang
  • Den Kleinen auf den Schoß zu nehmen und eine Art Sicherheitsgurt am Rolli selbst
  • hier gefunden, eine Mutter die nebst einem Kind im elektrischen Rollstuhl noch ein kleines Kind transportieren wollte
  • Hilfe vor Ort: Fahrradwerkstätten, (Skater )läden, Schreiner, Autoschrauber etc.
  • Vielleicht findet sich die Lösung für das Transportproblem ja an deutschen Normen vorbei im Ausland
  • Die australische Firma Motum vertreibt ein Buggyboard für Rollstühle
  • Die britische REMAP (Rehabilitation Engineering Movement Advisory Panels) ist eine ehrenamtliche Gemeinschaft grösstenteils pensionierter Ingenieure, die sich um die Konstruktion hilfreicher technischer Individuallösungen für Behinderte bemühen. Hier wurde ein Fahrradkindersitz für den Rollstuhl adaptiert.
  • Ein Kettwiesel mit Handkurbel, wenn die Arme nicht engeschränkt sind
  • Ein Geschwistersitz wie für den Kinderwagen
  • Der Hersteller Meyra hat ein Infozentrum. Die können bestimmt weiterhelfen
  • Forum: Lewu
  • Bei Sanitätshäusern nachfragen

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Fazit:

Ich habe mich über jeden einzelnen Kommentar sehr gefreut und für uns überlegt, ob und wie diese Idee umzusetzten sei. Ich habe 152 individuelle Mails zu diesem Thema geschrieben. Auch, wenn wir momentan noch keine Lösung haben – so haben wir nun einige Lösungsansätze- und vielleicht findet eine ander Familie mit dem selben Problem – hier eine Lösung (durch eure Hilfe).

Ich habe alle (empfohlenen) Hersteller angeschrieben – leider ging die Antwort immer in diese Richtung:

Es tut uns sehr leid, dass auch wir ihnen eine ernüchternde Antwort geben müssen. Wir als Unternehmen können nur Artikel auf den Markt bringen, die sicher sind und den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.
Eine Kombination mit einem Rollstuhl bietet ausreichende Sicherheit um damit auf öffentlichen Wegen mobil zu sein.
Evtl. Unfälle und Klagen können uns ruinieren.

Das sehr interessante Produkt Curusum:

Johanna Mainzers Foto.

War leider nur ein Prototyp und ging nie in Prduktion, da die Zielgruppe hierfür zu klein war bzw. der Preis zu hoch war.

Auch der Preis bei einigen Produkten, stellt leider für die praktische Umsetzung (bei uns) eine zu hohe Hürde dar

Ergebnis: (Stand Ende 2/16)

Ein Rollstuhlhersteller (für Kinderollstühle) lässt in der Ideenwerkstatt – Sonderbau nun nochmals die Köpfe rauchen.

Mit einer technischen Uni haben wir im März nochmals einen Termin, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Evtl. könnte diese Aktion (allgemeine Entwicklung einer Lösung) etwas für das Sommersemster sein.

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Ich habe die besten Leser!!!!

Auch wenn ich eure Ideen hier leider nicht alle mit euren Namen erwähnen könnte (der Übersicht halber und weil sich einige Ideen in den unterschiedlichsten Netzwerken überschnitten haben), so kann jeder gerne hier und hier bei Facebook, bei Twitter und in den Kommentaren nochmal nachlesen,von wem die einzelne Idee stammt.

 

Ganz wichtig! – Es ist hier keine Werbung vorhanden!!! Es geht lediglich um eine Ideensammlung mit den entsprechenden Links für einen guten Überblick.

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wheelymum

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1 Kommentar

  1. Pingback: Eltern mit Behinderung: Rehacare - Wheelymum

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