Pfelge in Zeiten von Corona

Wie ist das eigentlich, wenn ein Mensch auf Pflege z.B. durch einen Pflegedienst oder auch durch Angehörige, oder Assistenz angewiesen ist? Gerade in der Zeit in der wir 1. so wenig Kontakt wie möglich haben sollen und 2. aber auch viele Leistungen einfach durch Krankheiten, Kinderbetreuung oder Quarantänemaßnahmen nicht mehr erbracht werden können, ist das nicht immer einfach.

Mein unterstützender Pflegedienst hat bereits mit Bekanntgabe der Schulschließungen mitgeteilt, das auf absehbare Zeit keine Unterstützung möglich ist. Das ist eigentlich selbstverständlich, denn es sind Mitarbeiter in Quarantäne, es arbeiten sehr viele Frauen in dem Betrieb und etliche haben auch Kinder, die sie betreuen müssen. Die Notbetreuung funktioniert nicht ganz optimal. Das sowieso knappe Personal muss noch weiter aufgeteilt werden. Wir können das abdecken, auch wenn es anstrengend ist. Gleichzeitig fehlen auch den ambulanten Diensten die Schutzkleidung, Mundschutz und Desinfektionsmittel.

Die Mitarbeiter arbeiten mit so vielen Menschen, die meisten davon gehören zur Risikogruppe. Bei Pflegemaßnahmen kann man keinen Abstand von 1,50 oder 2 Metern einhalten. Der Eigenschutz ist unheimlich wichtig. Auch aus dem Hintergrund, dass man danach zum nächsten (Schwer) – Kranken Patienten muss.

COVID-19 stellt den Pflegebereich vor besondere Herausforderungen: Wie gestaltet sich der Alltag in den kommenden Wochen für Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und Pflegekräfte? Wie kann ich den Kontakt zu Oma oder Opa aufrechterhalten? Wie bleibt mein Kühlschrank voll, wenn ich zu einer Risikogruppe gehöre? Was für besondere Hygienemaßnahmen sollte ich bei der Pflege zuhause beachten. So viele Fragen, kaum Antworten oder Lösungen.

Müssen die Pflegenden als Kanonenfutter dienen? Als Risikoquelle?

Wenn die Elternassistenz ausfällt, weil sie selbst zur Risikogruppe gehört oder aber unter Quarantäne steht, was dann? Es gibt Gelder dafür, ja. Aber das Geld kann das Personal nicht ersetzten.

Es bedarf Unterstützung und Durchhaltevermögen. Und wieder zeigt sich, wie elementar die Carearbeit ist.

Eure

wheelymum

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