Mein Zitränen – Kuchen für alle Lebenslagen

Die Zeit im Wochenbett für mich keine einfache Zeit. Denn ich hatte schlichtweg kein Wochenbett. Nach monatelangem Krankenhausaufenthalt wurde ich ohne meinen Sohn entlassen. Er musste in der Klinik bleiben und wir pendelten tagelang hin und her. Eine Zeit in der mich nicht nur die Hormone zum Weinen brachten. Mein Leben glich einer Achterbahnfahrt von fast depressiv zu von Liebe überfüllt. Tag und Naht waren strukturiert von Fahrtdiensten und dem Milchpumpenrhythmus. Da klingelt es bei mir zu Hause. Als ich öffnete brachte eine Freundin einen Rührkuchen vorbei. Gut zum mitnehmen, meinte sie. Ein einfacher Zitronenkuchen.

Dieser öffente bei mir alle Schleusen und ich konnte kaum aufhören zu weinen. In diesem Kuchen steckte so viel: Freundschaft, Verständnis, da sein, aus – halten und noch so viel mehr.

Seit dem ist Zitronenkuchen bei uns zu Hause Zitränenkuchen. Es gibt ihn in schweren Zeiten, aber auch um sich zu entschuldigen oder wenn wir im Familienrat Probleme besprechen.

Unser klassisches Rezept ist dieses  ♥ ♥ ♥

Zitränenkuchen 

200 g Zucker

1 TL Vanillezucker

4 Eier

160 ml neutrales Öl

150 g Sprudelwasser

300 g Mehl

1 Päckchen Backpulver

Abrieb und Saft einer halben Zitrone (entspricht ca. 15 ml Saft)

Puderzucker und Zitronensaft für die Glasur 

 ♥ ♥ ♥

Zucker, Vanillezucker mischen und peu á peu die vier Eier mit dem Mixer unterschlagen. Öl und Sprudel hinzufügen und weitermixen bis eine flüssig-fluffige Masse entstanden ist.Mehl, Backpulver, Zesten einer Zitrone und Zitronensaft zum Teig geben und schön weiter mixen.
Den flüssigen Teig in eine gut gefetteten Backform geben und ca. 30 Minuten bei 180° Grad im vorgeheizten Ofen backen.

Kurz abkühlen lassen mit ordentlich Glasur bestreichen.

 ♥ ♥ ♥

Der Kuchen in Nahaufnahme mit Blütenzucker bestreut

Wenn wir alle davon essen wollen, dann gibt es ihn natürlich in glutenfrei. Dazu nutze ich einfach diese Backmischung. Und ganz ehrlich, einem Zitränenkuchen ist es völlig egal, ob er frisch gebacken oder aus der Packung stammt.

Ein Stück Zitronenkuchen liegt auf einem dunkelroten Teller

Er steht für so viel mehr. Für gute Zeiten – für schlechte Zeiten. Für Tränen der Trauer, der Wut aber auch für Tränen der Freude.

 

Eure 

wheelymum

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3 Kommentare

  1. Rike

    Noch nie habe ich davon etwas gehört. Die Idee gefällt mir.

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  2. Melanie

    Wie schön:-)!!

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  3. Tina

    Ich liebe Zitronenkuchen – sauer macht lustig

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